Otto Novoa und sein einzigartiges Projekt „Unser Theater“ im bayerischen Schwabhausen

    
 Zu diesem Blog-Beitrag:

Wolfgang Goede führte für den Podcast „KOLUMBIEN – Kultur, Kaffee, Geschichten“ des Deutsch-Kolumbianischen Freundeskreises e.V. (DKF) ein Interview mit Otto Novoa.
Ottos Projekt mit „Unser Theater“ im bayerischen Schwabhausen ist einzigartig.
Wir haben das Podcast-Interview daher verschriftlicht. Hier können Sie es zeitgleich zur Veröffentlichung des Tondokuments auf den gängigen Podcast- Plattformen nachlesen.

Zur Podcast-Seite des DKF e.V.
  
Für den Blog, im März 2026
     

 

Wir sprachen mit Otto Novoa, Theaterregisseur, Theaterpädagoge und Gründer des Kulturzentrums und Theaterlabors „Unser Theater“ in Schwabhausen bei Landsberg am Lech.
Geboren im kolumbianischen Villavicencio, führte ihn sein Weg über Theaterstudien in Prag und Bratislava sowie Stationen in Paris und zahlreichen internationalen Theaterprojekten schließlich nach Oberbayern. Seit über zwei Jahrzehnten prägt er dort mit seinem Theater einen besonderen kulturellen Ort – klein im Maßstab, aber groß in seiner Wirkung.‘
Im Podcast erzählt Otto von seinem Weg durch verschiedene Länder und Kulturen und davon, wie man auf Reisen immer wieder neue Formen von Heimat finden kann. Für ihn ist Theater weit mehr als Unterhaltung: Es ist Begegnung, Dialog und eine Kunstform, die Menschen zusammenbringt – im Publikum ebenso wie auf der Bühne.
Mit viel Herzlichkeit, Humor und Leidenschaft spricht er darüber, warum auch ein kleines Dorf zum Zentrum kreativer Ideen werden kann und wie Theater dazu beitragen kann, gesellschaftliche Räume zu öffnen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.

Passend zur Folge finden Sie auf unserer Website auch einen Blogbeitrag über eine von Otto erwähnte Inszenierung von Gabriel García Márquez:
https://www.dkfev.de/liebestirade-gegen-einen-sitzenden-mann/

 

Dieses Bauernhaus in Schwabhausen ist das Quartier von „Unser Theater“


Wolfgang Goede: 

„Herzlich willkommen beim Podcast „KOLUMBIEN – Kultur-Kaffee-Geschichten”, gehostet vom Deutsch-Kolumbianischen Freundeskreis DKF. 
In dieser Episode sprechen wir mit Otto Novoa, Theaterpädagoge und Regisseur, Gründer und Betreiber von „Unser Theater“ im malerischen Schwabhausen bei Landsberg am Lech/Oberbayern. 
Ich bin Wolfgang Goede, DKF München, die Technik versieht Axel Schwer, Koordination Bernd Tödte – beide DKF Bundesvorstand.
Hallo und hola Otto, wie geht’s?
Hier geht’s diesmal um unser Podcast-Schlüsselwort: Kultur! Welches ist für dich das größte Theaterstück?“

Otto Novoa:
„Zunächst einmal danke ich dir, Alicia, Bernd und allen Mitgliedern und Freunden des Deutsch-Kolumbianischen Freundeskreises für die Einladung. Allen, die uns hören oder lesen, einen herzlichen Gruß.
Unter den Tausenden und Abertausenden von Theaterstücken, die es weltweit gibt, ist es schwierig, deine Frage zu beantworten, aber ich versuche es:
Für mich relevante und bedeutende Werke sind  „Antigone“ von Sophokles, die Komödie „Der Revisor“ von Nikolai Gogol, „ Bernarda Albas Haus“ von Federico García Lorca und „Hamlet“ von William Shakespeare.
Auch beim kolumbianischen Theater ist es schwer, sich für eines zu entscheiden – nun, so wähle ich „Guadalupe años sin cuenta“ vom Teatro La Candelaria unter der Leitung von Santiago García, aus.

Dein Lebenslauf ist beeindruckend. Geboren und aufgewachsen in Villavicencio (Kolumbien), Studium der Theaterregie in Prag und Bratislava, gelebt in Paris, Reisen durch Ungarn, Italien, Spanien und Mexiko mit Theaterprojekten – und seit 24 Jahren leitest du «Unser Theater» in Schwabhausen. Was hat ein Dorf mit 1.100 Einwohnern im Vergleich zur „großen weiten Welt“ für einen Reiz?

Ich möchte hinzufügen, dass meine internationale Erfahrung vor 35 Jahren in Moskau begann und dass meine jüngsten Aktivitäten von meiner Reise an die Elfenbeinküste geprägt sind. Seitdem verspüre ich die Dringlichkeit einer „Wiederentdeckung“ schwarzer Kulturen und ein starkes Bedürfnis nach Identifikation mit unseren ursprünglichen Wurzeln auf dem Mutterkontinent Afrika.

Ich habe in großen Städten verschiedener Ländern gelebt und dachte immer, ich würde in einer von ihnen bleiben. Doch nachdem ich ein Dorf wie Schwabhausen mit 1.100 Einwohnern entdeckt habe, verspüre ich nicht das Bedürfnis, in die großen Metropolen zurückzukehren. Im Gegenteil: Nach mehr als einer Woche oder zehn Tagen in diesen Betonmassen fühle ich mich bedrängt. Sie sind eine gute Quelle künstlerischer und kultureller Aktualisierung, aber ansonsten empfinde ich Mitgefühl für Menschen, die in permanenter Anonymität leben und ihre Nachbarn, die nur drei oder vier Meter entfernt wohnen, nicht kennen.

Der Mensch ist ein soziales Wesen – und das sehe ich dort oft nicht. Auf dem Land fühle ich mich wohl. Begegnungen mit Menschen, die dich nicht kennen und dennoch „Guten Morgen“ sagen, geben mir Hoffnung, dass nicht alles verloren ist. Hier ist es einfacher und motivierender, mit ein paar Sätzen und Gesten Barrieren abzubauen als in der Stadt.

Otto Novoa


Was war für dich der Trigger, dich als Schauspieler, Regisseur, Manager der Bühnenkunst zu verschreiben?

Die eigentliche Motivation war eine Begegnung – mein Leben ist geprägt von diesem Wort im Plural: BEGEGNUNGEN – in Villavicencio mit einem Theatermann namens Joaquín León, bekannt Ende der 80er Jahre als Leo Tovar. Er war ein echtes „Theatertier“, geboren in Pasto, im Süden Kolumbiens. Als er nach Villavicencio kam, hatte er einen enormen Einfluss auf mich.

In meiner Jugend suchte ich nach Ausdrucksformen: Poesie, Musik, Theater. Leo Tovar reaktivierte die Schule für Volkskünste im Kulturhaus Pablo Neruda, wo ich als Schauspieler und organisatorisch tätig war.

Du bist Weltkulturbürger, mit einer Französin verheiratet, was ist außer deinem Nachnamen noch kolumbianisch oder Latino an dir?

Mein Pass ist kolumbianisch, ebenso meine mütterliche und väterliche Familie. Meine Wurzeln sind eine Ansammlung von Genen, die zeigen, dass ich das Ergebnis der tri-ethnischen Mischung bin, die in Kolumbien und in Amerika existiert. Ich betrachte mich nicht nur als Kolumbianer oder Latino, sondern als ein Wesen von überall dort, wo ich die lebendige Kunst des Theaters ausüben kann.

Bei so viel Internationalität und Interkulturalität, Heimweh: ein Fremdwort für dich?

Ja, ich leide nicht unter „Heimweh“. Ich bemühe mich stets, Neues zu entdecken und Begegnungen in allen Breitengraden zu genießen.

Einige vom DKF hatten im Frühjahr 2024 die Inszenierung von Gabriel García Márquez‘ “Liebestirade gegen einen sitzenden Mann” besucht. Grandios! Eine Kritik steht auf der DKF-Webseite. Riesenaufwand für relativ wenige Besucher/innen, die sich auf den Weg zu eurem ländlichen Theater machen. Lohnt sich das?

Jede Zuschauerin und jeder Zuschauer ist wichtig und es lohnt sich, denn es geht nicht um Masse, sondern um die Intensität der Begegnung. Die Inszenierung von „Diatriba de amor contra un hombre sentado“ war  eine Hommage an Gabriel García Márquez zum zehnten Todestag. Das Stück bleibt bis 2027 im Programm, um den 100. Geburtstag unseres Nobelpreisträgers zu feiern.

Unser Saal hat nur 60 Plätze. Wir haben die Produktion jedoch auch im Liceu in Barcelona vor mehr als 600 Personen sowie im Instituto Cervantes in Frankfurt vor über 200 Gästen gezeigt. Ländliches Theater kann durchaus mit großen Bühnen in Dialog treten.

 Das Stück war ja auch gesellschaftskritisch. Die Liebe, in Kolumbien romantisch überbewertet, vielleicht gerade von Frauen – oder am Männlichkeitskult scheiternd? 

Nein, es geht nicht um romantische Überhöhung, sondern um eine Leidenschaft, die der karibische Mensch durch körperliche Impulse und Rebellion ausdrückt. Die Liebe bleibt das kreative Thema schlechthin. Wie García Márquez sagte: „Das Herz hat mehr Zimmer als ein Stundenhotel.“

Im Stück erreicht die Liebe nach 25 Ehejahren einen Wendepunkt – sie sucht den idealen Moment, aus der Tragödie ein Fest zu machen.

Otto Novoa

Für dieses Jahr 2026 tretet ihr mit einem Riesenprogramm an, bunt und divers, von Goethes Faust, über „Draculina“ (vegetarische Vampire), bis zum Herstellen von Holzskulpturen mit Kettensägen. Wie kriegst du das alles auf die Reihe?

Das ist Teil eines Prozesses von Aktion und Interaktion mit dem Ort und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern. Es geht darum, ein künstlerisches und kulturelles Angebot für und mit den Menschen der Region zu gestalten – und ihnen zu zeigen, dass man nicht nach München oder Augsburg fahren muss, um Kunst und Kultur zu genießen.

Die Hegemonie der Kulturhauptstädte zu durchbrechen, ohne mit ihnen konkurrieren zu wollen, ist ein eher leises, aber strategisch durchdachtes Ziel.

Gleichzeitig gelingt es uns, auch Publikum aus der Stadt anzuziehen, das sehen möchte, welche kreative Entwicklung hier stattfindet. Unsere beste Visitenkarte ist die Zeit: Im kommenden Jahr feiern wir 25 Jahre Bestehen und kontinuierliche Arbeit. Irgendetwas müssen wir also richtig machen

Du bist nebenbei Theaterlehrer an Schulen und coacht auch Autisten. Theater, Rollen, Bühne als Therapie?

Ich bin kein Therapeut. Wenn jemand das Theater als heilsame Erfahrung erlebt, dann entscheidet das jede Person für sich selbst. Aber das Theater besitzt eine transformative Kraft.

Meine Ausbildung ist von der polnischen Schule und vom anthropologischen Theater geprägt. Der Körper des Schauspielers steht im Zentrum der expressiven Arbeit. Wenn wir auch in Zukunft Publikum haben wollen, müssen wir das Theater in den Schulen fördern. Und wenn es wirklich menschlich sein soll, muss es inklusiv sein.

Laut TEAM Portfolio auf eurer Theater Webseite unterweist du theaterpädagogisch auch die SO UND SO Lebenshilfe Landsberg. Lebenshilfe für was und wie hilft die Bühne?

Die Lebenshilfe unterstützt Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung in ihrem Alltag, ihrer Bildung und ihrer gesellschaftlichen Teilhabe. Die Theatergruppe  ist Teil dieser inklusiven Arbeit.

Die Bühne „hilft“ nicht im therapeutischen Sinn – sie hilft uns allen. Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung ist bereichernd und inspirierend. Sie durchbricht gewohnte künstlerische Muster, stellt unsere menschliche Sensibilität auf die Probe und erweitert den Blick auf das, was Theater sein kann.

Inklusive Theaterarbeit schafft echte Begegnung, Präsenz und Authentizität. Sie fordert Geduld, Aufmerksamkeit und Offenheit – und genau darin liegt ihr Wert. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch, der im Theater arbeitet, mindestens einmal in seiner Laufbahn eine solche inklusive Erfahrung machen sollte.

Eine philosophische Vertiefung, auch in Bezug zu deiner Doktorarbeit (vollendet?): Was macht Theater mit uns? Führt es zu aufgeklärteren, lebenswerteren Welten?

Meine Dissertation habe ich nicht beendet, da ich mich ganz auf unser Projekt UNSER THEATER konzentriert habe.

Theater macht uns zu Zeugen von etwas Intimem – einer Art kollektiven Geheimnisses. Der Schauspieler setzt sich freiwillig einem Risiko aus, der Zuschauer nimmt mehr als nur Applaus mit – er nimmt eine Spur in sich auf.

Kein anderes künstlerisches Medium besitzt diese direkte Kommunikation wie zwischen Schauspieler und Zuschauer. Vielleicht ist es vergleichbar mit einer religiösen Gottesdienst: ein Raum, eine Versammlung, ein gemeinsamer Akt.

Was würdest du sagen, wie viel Tiefsinn (so wie die “Liebes Tirade…”) und wie viel Unterhaltungscharakter (“vegetarische Vampire”) hat der “Unser Theater” Spielplan?

Es ist immer ausgewogen. Wir respektieren unser Publikum und den Ort. Ich würde gern mehr Werke von Victor Hugo, Dostojewski, Fernando Arrabal, Henrik Ibsen oder Samuel Beckett zeigen – aber dann bliebe das Publikum aus. Dennoch haben wir „Don Quijote“, „Der Sturm“, „Leonce und Lena“, „Medea“, „Der kleine Prinz“ und „Faust I“ gezeigt – sowie Tanztheater, Zirkus und sogar Konzerte in der Dorfkirche.

Theater ist für dich ganz dezidiert Kommunikation, nicht nur von der Bühne ins Publikum, sondern auch untereinander, mit den Schauspielern, den Gästen – alle miteinander, etwa rund um ein Feuer im Innenhof eures Bauernhofes. Lässt sich damit auch experimentieren, etwa Umkehr der Rollen von Publikum und Schauspielenden?

Das Feuer ist zu einer Art Markenzeichen von UNSER THEATER geworden, denn am Ende jeder Vorstellung gibt es immer ein Lagerfeuer in der Mitte des Hofes, und dort kommen wir alle zusammen. Meistens, um über die gemachte Erfahrung zu sprechen, manche einfach, um zu schweigen, andere, um sich zu wärmen. Wenn wir es jedoch aus der Perspektive einer Drohne über unseren Köpfen betrachten würden, könnte man von einer doppelten Geste des Zusammenlebens sprechen: derjenigen, die im Saal stattgefunden hat, und jener, die sich anschließend am Feuer ereignet.

Ein Teil unserer Arbeit besteht darin, die Reaktionen des Publikums zu beobachten und zu „studieren“, um zu erkennen, was wir verändern oder verbessern können. Der Außenraum, der Wein und das Feuer sind Teil unseres Seins und Daseins.

Du als Brücke Kolumbien-Deutschland-Kolumbien. Wie begegnen sich diese beiden Kulturen bei dir im Theater, sind sie zu einer Einheit imstande?

Ich glaube, dass es – unabhängig davon, ob wir von Deutschland oder Kolumbien sprechen – ein Ort ist, an dem alle Platz haben: ein Raum der Begegnung, des Austauschs und des gemeinsamen Erlebens schöner Momente.

Besucher aus Japan haben mir gesagt, sie fühlten sich hier wie am Stadtrand von Kyoto; Perser fühlen sich wie zu Hause; Kolleginnen und Kollegen sowie Gäste aus Nigeria, Kamerun oder der Elfenbeinküste möchten am liebsten ein paar Tage länger bleiben; Australier, die hier waren, empfinden die Umgebung wie eine Szenerie, die an die Kultur der Aborigines erinnert. Und von den Lateinamerikanern will ich gar nicht erst anfangen.

Für Kolumbianer jedoch, die erfahren, dass es hier, an diesem abgelegenen Ort, einen großzügigen und kreativen „Llanero“ gibt, ist die Überraschung noch größer.

Ich bin überzeugt, dass die besten Botschafter eines Landes nicht in Konsulaten oder diplomatischen Vertretungen sitzen – das sind internationale Konventionen –, sondern jene Bürgerinnen und Bürger sind, die im Ausland leben und mit ihrer Arbeit und ihrem Beispiel dazu beitragen, das Bild ihres Landes zu stärken und zu würdigen. Im Fall der Kolumbianer oftmals ein Bild, das gelitten hat.

Und wir tun das nicht, weil es uns von einer Regierung aufgetragen wurde, sondern weil wir gute, unternehmerische und gut ausgebildete Menschen sind – mit einer Energie, die sowohl unsere Landsleute als auch die Ausländer überrascht, denen wir auf unserem Weg begegnen.

Kolumbien hat viel zu bieten – und wir zeigen es.

Deine Frau ist, Zitat Webseite: “Ottos rechtes und linkes Ohr”. Sie macht Orga, Fundraising – du der Künstler, sie der Finanzanker? 

Ich muss dir eine Präzisierung machen. Meine Frau, ebenfalls Mitgründerin des Projekts, Französin und Mutter unserer Töchter Luna und Sol, ist vor drei Jahren nach Frankreich zurückgekehrt.

Ihre Rolle hat meine Kollegin Johanna Winter übernommen, die dieses Projekt seit zehn Jahren begleitet und zu einem unverzichtbaren Teil davon geworden ist. Sie ist Pianistin, Gesangslehrerin und leitet eine Theaterschule für Kinder im Nachbarort Penzing.

In den letzten Jahren stehen Johanna und ich intensiv an der Spitze des Projekts und teilen uns die Aufgaben ausgewogen, um dessen gutes Funktionieren zu gewährleisten.

Bezaubernd: Eure beiden Kinder heißen Luna und Sol. Wie seid ihr darauf gekommen?

Manche Dinge müssen einfach sein. Wenn Götter durch Bewusstsein und Unterbewusstsein wandern, ist es gut, ihnen Namen zu geben. Sie umkreisen unsere Tage und Nächte – egal, wo wir sind.

Was sind Bühnenträume, künstlerische Abenteuer, die du noch gerne inszeniert hättest?

In Arbeit ist eine Adaption von „Changó, el gran putas“ von Manuel Zapata Olivella sowie ein performatives Werk ohne Text namens „Tú eres mi yo“.

Aufgeschoben ist ein Stück über Goya und ein Tanztheaterprojekt zum „Mahabharata“.

Und vielleicht reicht das Leben nicht für eine Bühnenfassung von „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ und „Der Mann, der lacht“ von Victor Hugo.

Zum Abschied, verrate uns bitte — ein besonderes, dein persönliches, ein inspirierendes Kaffeerezept

Mehr als ein Rezept ist es eine Methode – mit einer französischen Kaffeemaschine namens Cona. Seit ich sie kenne, identifiziere ich mich mit ihr: Sie ist wie ein Labor – und genau das ist auch meine Arbeit.

Wolfgang Goede:
„Das war Otto Novoa, seit 24 Jahren in Deutschland, ausgebildet in Prag, Bratislava und Paris. Theaterpädagoge und Regisseur, Gründer des Kulturzentrums und Theaterlabors UNSER THEATER in Schwabhausen, Landkreis Landsberg am Lech. Außerdem Gründer der Münchner Theatergruppe DIE KÖRPERMOMENTE für Erwachsene mit Autismus.

Vielen Dank fürs Zuhören. Alle zwei Wochen präsentieren wir einen neuen Gast. Die Redaktion freut sich über Kommentare, Lob und Kritik sowie Vorschläge für weitere Gäste.“

 

Gerald Gassmann: El alemán enamorado de Colombia

    
    Beitragsautor:

    Gustavo Tatis Guerra *
    Kolumbien
 
     Für den Blog, im Oktober 2025
  
     Alle Beitragsautoren des DKF-Blogs
     vertreten ihre persönlichen Ansichten.

*Gustavo Tatis Guerra: Premio Nacional de Periodismo Simón Bolívar. En tres oportunidades fue nominado en los géneros de entrevista y reportaje en 1993, 1995 y 1997, con un reportaje a Gabriel García Márquez, una entrevista a Eduardo Galeano y un reportaje a La Habana. Además de periodista y escritor, es artista plástico.

 

CBP – Barranquilla

Gerald Gassmann:  El alemán enamorado de Colombia
Embajador del sabor y la amistad en Colombia

Gerald Gassmann es el alemán más colombiano que conozco.

Todos los años junto a su esposa Carmen Gassmann, recorre a Colombia, y se reencuentra con sus viejos amigos artesanos y artistas, gente de todos los orígenes, culturas y razas, y se sienta a compartir la vida y la gastronomía del Caribe, el Pacífico y la Zona Andina.

Lo mismo para él son todos los manjares de la nación: La carne en posta, el sancocho de bocachico, la mamona, las langostas y camarones, la carne de res o la carne de los animales de monte, la guartinaja, el cuy.

Su travesía incluye siempre la la Sierra Nevada de Santa Marta, la Guajira, Cartagena, Chocó hasta el Amazonas. Hace más de tres décadas está vinculado al corazón de Colombia. Hace 48 años creó un despacho de abogados con 16 profesionales en el corazón de Stuttgart, que hasta la fecha mantiene su alta reputación de excelencia.

Desde hace 35 años junto a su esposa colombiana Carmen, Gerald ha desarrollado una de las hazañas sociales y culturales de mayor integración, cooperación y proyección que se haya emprendido entre Colombia y Alemania, y lo ha hecho con la pasión de un alpinista y con espíritu de filántropo que lo caracteriza, sin otro interés que el bien común.

Fue Presidente del Círculo de Amistad Colombo-Alemán desde 2013 , ha sido el Cónsul Honorario de Colombia en Stuttgart, gracias a la iniciativa del embajador Juan Mayr Maldonado que se lo propuso al conocer su intensa, espléndida y excepcional labor que venía desarrollando por la nación colombiana. Es uno de los alemanes que más han contribuido al desarrollo educativo y cultural del país.

 

 

Gerald es un enamorado de la naturaleza y la cultura de Colombia. Por sus virtudes humanas, Gerald ha recibido diversos honores y el aprecio y cariño incondicional de incontables amigos sin distingos de raza y origen, de los rincones más recónditos de la geografía nacional. Gerald ha sido la ventana de proyección de lo mejor del país en el mundo.

El gobierno colombiano le confirió a Gerald la Orden de San Carlos el 1 de julio de 2016 por su constante y desinteresada tarea en favor del país que aún continúa.

Huellas de una travesía por Colombia

 Todo el tiempo de Gerald Gassmann en Colombia, es el encuentro con los artesanos, músicos, escritores, artistas, talladores, orfebres, alfareros, ambientalistas, guardianes de paraísos invisibles y amenazados.

Gerald ha logrado perpetuar esas perplejidades naturales y humanas en pequeñas esculturas elaboradas por artesanos y artistas colombianos en los que están representados el hombre del Caribe y el Pacífico, la mujer guajira, el hombre de la zona andina y antioqueña, la mujer palenquera, el sembrador de café, el músico de gaitas, los tesoros precolombinos, etc.

Cada año desde hace más de treinta años regala a su inmensa legión de amigos estas señales palpitantes del país diverso. Edita un calendario anual que es la síntesis de su larga peregrinación por Colombia.

En Alemania ha presentado exposiciones de artistas colombianos como Edgardo Carmona, César Bertel, ha liderado conciertos de Totó la Momposina, los niños acordeoneros de la Escuela del Turco Gil, ha auspiciado el documental sobre los Gaiteros de San Jacinto, realizado por David Covo, ha promovido la edición de álbumes del grupo musical Choibá del Chocó que ha cumplido una triunfal gira por ciudades alemanas. Ha invitado a escritores colombianos como a Tomás González y Pedro Badrán, quienes han sido traducidos al alemán. 

 

Todas las pisadas de Gerald Gassmann desembocan en Colombia.

Lleva  como un imán en las yemas de sus dedos la memoria y la historia del país, la matizada y exuberante variedad de la naturaleza y la singular cultura  colombiana, desde el desierto de La Guajira, la selva amazónica, los paraísos recónditos de la ruta del jaguar y la anaconda, los picos nevados, las cordilleras y los páramos, los ríos y las crestas de las serranías, los volcanes apagados, los cráteres a punto de despertarse, las fauces del cocodrilo y las pirañas, los lotos durmientes en la selva, el mar rugiente golpeando en los acantilados.

Gerald ha ido tras esas maravillas escondidas del país, buscando la esencia de la legítima belleza ancestral y el esplendor de los saberes y los sabores de esta tierra prodigiosa.

Gerald y Carmen, son los padres de Jasmin Gassmann, destacada y laureada cineasta colombo alemán, productora, documentalista y actriz. Y abuelos de la pequeña Mila, quien ya conoce Cartagena y tiene amigos y amigas de la comunidad indígena arahuaca.

Todo lo que ha hecho en y por Colombia, lo ha sembrado con obstinación amorosa y con una alegría suprema por hacer felices a los demás. Ese es Gerald Gassmann, un niño grande de 77 años, que vive sorprendido de todo lo que ve y descubre en esta Colombia de belleza exuberante e impredecible que no acabamos de conocer.

@CBP / Fotos: Cortesía de Gerald Gassmann

Stadtrundgang des DKF in München

    
    Beitragsautor:

   Gerald Zettl
 
 DKF-Mitglied 
   München
 
     Für den Blog, im Oktober 2025
  
     Alle Beitragsautoren des DKF-Blogs
     vertreten ihre persönlichen Ansichten.

 

Gerald Zettl führte uns am 28. September 2025 in München vom Marienplatz durch die Sendlinger Straße und erläuterte uns die geschichtlichen Hitergründe dieses Teils des Münchner Zentrums

Wir trafen uns am Sonntag um 15 Uhr bei angenehmem Wetter am Marienplatz beim Fischbrunnen. Dort wurden lange Zeit, als der Marienplatz noch der zentrale Marktplatz war, Fische lebendig verkauft. Übrigens fand hier der sog. Metzgersprung statt, die Freisprechung der Metzgergesellen zur Faschingszeit. Auch der Oberbürgermeister wäscht hier traditionsgemäß am Aschermittwoch seinen leeren Geldbeutel- alles ausgegeben! Auf dem Markt konnte man vor allem Lebensmittel kaufen.
Bekannt war der sog. Eiermarkt unter dem Gemälde des damaligen Schutzpatrons der Stadt, dem Onufrius, ein Eremit aus Nordafrika. Er wurde in der Lutherzeit vom Hl. Benno aus Meißen abgelöst. Dessen Gebeine retteten Münchner Kaufleute vor dem Vernichtetwerden.  Mitten auf dem Marienplatz steht die Mariensäule mit der vergoldeten Muttergottes oben darauf als Dankesgabe für die Errettung vor den protestantischen Schweden im 30jährigen Krieg. Am neugotischen Neuen Rathaus (ca. 1860-1910 erbaut) ist beim Glockenspiel die Hochzeit Wilhelm V. mit Renata von Lothringen 1568 dargestellt, das war das größte Fest im späten Mittelalter in Mitteleuropa. Darunter sind die Schäffler zu sehen, die Zunftgemeinschaft der Fassmacher, die den Münchnern während einer großen Pestepidemie wieder Mut machten. 

Wir passierten die herrliche Peterskirche, d i e  Kirche im Münchner Zentrum, war zuerst romanisch, dann gotisch und wurde im 18. Jahrhundert wunderbar barockisiert. Bemerkenswert der vergoldete Hauptalter mit der Petrusfigur. Dieser wird beim Tod eines Papstes die Tiara abgenommen und nach der Neuwahl wieder aufgesetzt – einmalig auf der Welt. Warum der Turm 8 Uhren hat, ist unklar, vielleicht damit 8 Münchner gleichzeitig von verschiedenen Seiten die Uhrzeit sehen können (hat Karl Valentin gesagt). 

Wir gingen weiter durch das Rosental, wo früher der Blumenmarkt war zum Rindermarkt, das war früher die nobelste Adresse für reichgewordene Handelsleute. Das Ruffinihaus ist wunderbar verziert, hat u.a. auch ein reichhaltiges Spanisches Früchtegeschäft. 

Am Rindermarkt floss auch ein Bach, hier war die Rossschwemme – und auch die sog. Bäckerschnelle, wo betrügerische Verkäufer in einer Netzvorrichtung mehrmals ins Wasser getaucht wurden.

Vorbei ging es dann am legendären Viktualienmarkt seit ca. 1850 und an der Schrannenhalle, um 1850 als Wunderwerk aus Glas und Eisen erbaut und im Krieg zerstört wie leider so viel im Zentrum.

Mitten auf dem nahen St.Jakobsplatz steht die neue Synagoge, ein dominantes Bauwerk. Das feste Mauerwerk im unteren Teil symbolisiert die Klagemauer. Der Platz hat seinen Namen von der St. Jakobskirche, schon um 1250 von den Franziskanern außerhalb der Stadtmauern gegründet, im 2. Weltkrieg aber so sehr zerstört, dass ein Wiederaufbau unmöglich wurde. Der Neubau ist heute oft der Ausgangspunkt für die Pilger auf dem Jakobsweg. Auf dem Platz steht auch das gerade renovierte Stadtmuseum, früher das Zeughaus, wo die Verteidigungswaffen für die Stadt gelagert waren. Und das Wohnhaus von  dem begnadeten Ignaz Günther ist hier, dem besten Rokokobildschnitzer seiner Zeit.

Und zum Ende des Rundganges kamen wir in der Sendlinger Straße zur Asamkirche und dem danebenliegenden Wohnhaus der Gebrüder Asam, die die Kirche zwischen Wohnhäusern selbst aus eigenen Mitteln errichteten, ein einmaliges Juwel der Rokokozeit. Die Kirche ist schmal, lang und hoch mit überschwenglichem Schmuck, dem Hl. Nepomuk geweiht und zeigt über der Empore dessen Lebens- und Leidensgeschichte. In der Kirche werden wir an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert, an den Schmerz des Todes und das jüngste Gericht,  an die Schrecken der Verdammnis sowie die Seeligkeit  der Erlösung. Das Wohnhaus besticht durch die reiche Fassadengestaltung: einmal der Himmel der Kunst und Wissenschaft und daneben der christliche Himmel mit Christusmonogramm und  Mariendarstellung, die Immaculata.

Die Stadtrundgänger vor dem Eingang der Asam-Kirche

Zum Abschluss gingen wir ins nahe Hackenhaus, ein herrlich altes Restaurant mit gesprächiger Bedienung. Dabei gab es noch ein abschließendes high-light: ich zeigte meinen Rundgangsteilnehmer/innen unsere 7 verschiedenen Eurogeldscheine, die die Kulturepochen Europas aufzeigen, von der Antike auf dem 5er bis zur Jetztzeit auf einem echten 500er!! Ich bekam alle Scheine zurück, glücklicherweise. Wer nicht dabei war und Zeit gehabt hätte, hat sicher etwas versäumt. Vielleicht das nächste Mal.

 

 

Juan Gabriel Vásquez zu Besuch in München

    
    Beitragsautor:

    Wolfgang Chr. Goede, DKF-Mitglied
    Wissenschaftsjournalist – München / Medellín 
 
     Für den Blog, im Juli 2025
  
     Alle Beitragsautoren des DKF-Blogs
     vertreten ihre persönlichen Ansichten.

Español

Das Münchner Cervantes Institut hatte geladen und sein Auditorium war voll besetzt. Zu Gast war Kolumbiens Star-Autor Juan Gabriel Vásquez, der in einem Talk Einblicke in sein literarisches Schaffen, die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Literatur gab. Mit dem eher sperrigen Titel “Das Geräusch der Dinge beim Fallen” landete er einen Weltbestseller und auch sein neuestes Werk “Die Namen von Feliza” wird von der Kritik bereits als besonders gelungen gelobt (s. unten). Durchaus mit Stolz vernahmen die zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste von DKF München, wie der Verein in der Moderation durch Carmen Pastor ausdrücklich genannt und begrüßt wurde. Sí se puede – der Deutsch Kolumbianische Freundeskreis besitzt in den Beziehungen Deutschland-Spanien-Lateinamerika und in der Hispano-Kultur im Besonderen ein spezielles und so auch wahrgenommenes Gewicht.

Besucher des Deutsch-Kolumbianischen Freundeskreises e.V. mit dem Autor im „Instituto Cervantes“ in München

Aus dem einstündigen Gespräch mit Luis García Montero, Cervantes München Direktor, Literaturkritiker, Dichter und Essayist, lieferte sein kolumbianischer Kollege spannende Einblicke in seine Zugänge zur hohen Schreibkunst. Wir summieren einige an dieser Stelle ohne Anspruch auf Vollständigkeit, Interpretation, Beurteilung. Wer übrigens gekommen war, um mehr über die Historie der Gewalt im Lande und die politische Einordnung zu erfahren, sah sich enttäuscht – das sieht Vásquez nicht als seinen Auftrag an.

  • Insgesamt liefert die Historie für den Autor nur Eckdaten, die er mit Geschichten füllt, die er zu einem Teil recherchiert, zum anderen mit seinen eigenen Interpretationen füllt. So hat er der Lebensgeschichte der mit 48 Jahren verstorbenen Feliza jahrelang nachgeforscht. “Die Geschichte klopft bei einem nicht an in den Stunden, in denen Geschichte geschrieben wird”, sagte Vásquez. Man muss eigene Bilder dafür finden.

  • Das beinhaltet für ihn eine “De-Simplifizierung”, was sich auch mit Dekonstruktion beschreiben ließe. Er baut die Wirklichkeit rund um Geschichte neu zusammen und gewährt damit neue und bisher nicht bekannte Einblicke ins Leben von Menschen, die Getriebene und Treiber dieser Geschichte sind.
  • Darüber hinaus ist der Keim von Büchern vielfach die packende Lebensgeschichte einer Person, aus dem im historischen Kontext sich dann das literarische Werk entwickelt. Dieses und die Akteure, die daraus entspringen, helfen auch, das und sein eigenes Leben, das des Erschaffers dieser literarischen Welt zu verstehen.
  • Dabei entstehen jedenfalls für Vásquez selbst Erkenntnisse, die er so umschreibt: “Das Leben ist viel komplizierter, als Sie und wir oft annehmen.” Und später spricht er von einer “unendlichen Komplexität”, so wirkmächtig wie eine Bombe.
  • Er versucht sich freizumachen von vorgefassten Bildern und Meinungen und zu neuen Szenarien zu kommen, denn: “Ich schreibe, weil ich nicht weiß” – sein Schreiben zieht der Wirklichkeit neue Realitäten ein. Dabei ist ihm wichtig, nicht Endgültiges zu liefern, sondern eher Fragen zu formulieren.
  • Anders als viele andere schriftstellernde Kollegen, die in diese Falle treten, ist er kein Heilsverkünder oder Prophet, kein Gesellschaftsveränderer oder Sozialrevolutionär, weil das gar nicht möglich sei, denn: “Literatur verändert nicht die Welt, sondern nur das Gewissen.”
  • Insgesamt, der Autor betritt mit jedem Werk “Terra Inkognita”, die er literarisch durchpflügt, in Geschichten gießt, an Akteuren aufhängt, so greifbar macht und ein verstehbares Abbild dieser Welt und ihrer komplexen Wirklichkeit schafft.
  • Seine bestimmt wichtigste und gefälligste Aussage, die viele in seinem Publikum noch gar nicht auf ihrem Schirm hatten, die die zunehmend mehr Nicht-Lesenden womöglich nie erfahren werden: “Lesen verlängert das Leben.”

Lässt sich das alles an seiner neuesten Romanveröffentlichung nachzeichnen? Der 1973 in Bogotá Geborene, der die Rechtswissenschaften bis zum Abschluss studierte, sich dann für die Literatur entschied und über seine Bücher hinaus u.a. an deutschen, spanischen, US-amerikansichen Hochschulen Literatur unterrichtet hat, bringt nach 28 Jahren Recherche Licht in ein fast garcia-marqueskes Leben, eingebettet in herber Sozialkritik.

Feliza ist die Tochter polnischer Juden, die von den Nazis verfolgt in Bogotá eine neue Heimat fanden. Für ihre Tochter, 1933 geboren, war das konservativ-paternalistische Kolumbien kein guter Ort für den ihr angeborenen Freisinn, eher ein Käfig. Sie schlug den Weg einer Künstlerin ein, verbaute u.a. Metallabfälle und Metallschrott zu Statuen. Sie verkehrte in linksliberalen Kreisen und wurde von den Behörden in den unruhigen 1970er Jahren in Verbindung mit der Guerilla gebracht, fand Exil in Mexiko und besuchte 1982 Gabriel Garcia Marquez in Paris, wo sie bei der Lektüre seiner gerade erschienenen “Chronik eines angekündigtes Todes” in einem Restaurant einem Herzinfarkt erlag, gerade erst 48 Jahre alt.

Sie hatte frei und glücklich sein wollen und sich von Felica in Feliza, die Glückliche umbenannt – doch ihr Grabstein trägt ihren alten Namen “Felica”. “Sie starb über ihre Traurigkeit” schrieb Gabo in “El País” über ihren Tod.

Über das Buch schreibt Anke Käding, Rektorin der Deutschen Schule in Medellín, studierte Germanistin und Vásquez-Kennerin: “Vásquez gelingt es hervorragend mit seiner packenden Erzählweise, den Leser in das Leben der Künstlerin Feliza Bursztyn eintauchen zu lassen und damit gleichzeitig Einblicke in die gesellschaftlichen und politischen Spannungen Kolumbiens zu geben. Der Roman zeigt eine Künstlerin, die sich gegen gesellschaftliche Vorstellungen wehrt, ihren eigenen Weg geht und ihr Leben lang für Freiheit und Widerstand gegen Unterdrückung einsteht. Prädikat: Unbedingt lesenswert!”

Das Foto zeigt die Rezensentin mit dem Buch-Cover in der Librería Nacional Oviedo in Medellin-Poblado.

An ihrer Schule und in der Andenmetropole hat sich die Musikliebhaberin insbesondere für Kultur und deutsch-kolumbianischen Kulturaustausch eingesetzt und sich um ihn verdient gemacht. Nach acht Jahren in dem Lande wechselt sie Anfang 2026 in die Hansestadt Hamburg und die Leitung eines Gymnasiums dort. Kolumbien wird sie vermissen.

 

Autor: Wolfgang Chr. Goede

Fotos © DKF, Käding, Goede

##

 

Juan Gabriel Vásquez visita Múnich

El Instituto Cervantes de Múnich tenía invitados y su auditorio estaba abarrotado. El invitado era el autor estrella de Colombia, Juan Gabriel Vásquez, que en una charla ofreció una visión de su obra literaria y de las posibilidades e imposibilidades de la literatura. Con el poco manejable título «El ruido de las cosas al caer», consiguió un bestseller mundial y su última obra «Los nombres de Feliza» ya ha sido elogiada por la crítica como especialmente exitosa (véase más abajo). Los numerosos miembros e invitados de la DKF de Múnich se sintieron muy orgullosos al escuchar cómo la organización era explícitamente nombrada y recibida por Carmen Pastor durante la presentación. Sí se puede – el Círculo de Amigos Colombo-Alemán tiene un peso especial y por ello también percibido en las relaciones entre Alemania, España y Latinoamérica y en la cultura hispana en particular.

El autor con socios del Circulo de Amistad Colombo-Alemán en el Instituto Cervantes

En la conversación de una hora con Luis García Montero, director del Cervantes de Múnich, crítico literario, poeta y ensayista, el colega colombiano aportó interesantes reflexiones sobre sus planteamientos acerca del alto arte de escribir. Resumiremos aquí algunas de ellas sin pretensión alguna de exhaustividad, interpretación o juicio. Por cierto, quien hubiera venido a conocer la historia de la violencia en el país y su categorización política quedó decepcionado – Vásquez no considera que ésta sea su misión.

o En general, la historia sólo proporciona al autor datos clave, que él rellena con historias que en parte investiga y en parte rellena con sus propias interpretaciones. Por ejemplo, pasó años investigando la vida de Feliza, que murió a los 48 años. «La historia no llama a tu puerta en las horas en que se está escribiendo», dice Vásquez. Tienes que encontrar tus propias imágenes para ella“.

o Para él, esto implica una «des-simplificación», que también podría describirse como deconstrucción. Reconstruye la realidad en torno a la historia y, de este modo, aporta nuevas y desconocidas visiones de la vida de las personas que son los conductores y protagonistas de esta historia.

o Además, el germen de un libro suele ser la apasionante historia vital de una persona, a partir de la cual se desarrolla luego la obra literaria en un contexto histórico. Ésta y los protagonistas que surgen de ella también nos ayudan a comprender la vida del creador de este mundo literario.

o Al menos para el propio Vásquez, esto lleva a tomas de conciencia que él describe así: «La vida es mucho más complicada de lo que ustedes y nosotros suponemos a menudo». Y más adelante habla de una «complejidad infinita», tan poderosa como una bomba.

o Intenta liberarse de imágenes y opiniones preconcebidas y llegar a nuevos escenarios, porque: «Escribo porque no sé» – su escritura dibuja nuevas realidades en la realidad. Al hacerlo, para él es importante no dar respuestas definitivas, sino formular preguntas.

o A diferencia de muchos otros escritores que caen en esta trampa, él no es un heraldo de salvación ni un profeta, un agente de cambio social ni un revolucionario social, porque eso ni siquiera es posible: «La literatura no cambia el mundo, sólo cambia la conciencia».

o En definitiva, el autor se adentra en «terra incognita» con cada obra, que ara literariamente, vierte en historias, vincula a protagonistas, haciéndola así tangible y creando una imagen comprensible de este mundo y su compleja realidad.

o Su afirmación más importante y grata, que muchos de sus oyentes ni siquiera tenían en su radar y que probablemente nunca conocerán los cada vez más numerosos no lectores: «Leer alarga la vida».

¿Puede rastrearse todo esto en su última novela? Nacido en Bogotá en 1973, estudió Derecho hasta la licenciatura, luego se decantó por la literatura y, además de sus libros, ha enseñado literatura en universidades alemanas, españolas y estadounidenses, entre otras. Tras 28 años de investigación, arroja luz sobre una vida casi García-Marquesca, incrustada en una dura crítica social.

Feliza es hija de judíos polacos perseguidos por los nazis que encontraron un nuevo hogar en Bogotá. Para su hija, nacida en 1933, la Colombia conservadora y paternalista no era un buen lugar para su innato espíritu libre, sino más bien una jaula. Tomó el camino de artista, convirtiendo residuos metálicos y chatarra en estatuas, entre otras cosas. Transitó por círculos liberales de izquierda y fue asociada a la guerrilla por las autoridades en los turbulentos años 70, encontró el exilio en México y visitó a Gabriel García Márquez en París en 1982, donde murió de un infarto en un restaurante mientras leía su recién publicada «Crónica de una muerte anunciada», con sólo 48 años.

Quería ser libre y feliz y cambió su nombre de Felica por Feliza, la feliz, pero en su lápida figura su antiguo nombre, «Felica». «Murió de su tristeza», escribió Gabo en «El País» sobre su muerte.

Anke Käding, directora del Colegio Alemán de Medellín, licenciada en Filología Alemana y experta en Vásquez, escribe sobre el libro: „Vásquez logra brillantemente con su apasionante estilo narrativo sumergir al lector en la vida de la artista Feliza Bursztyn y, al mismo tiempo, ofrecer una visión de las tensiones sociales y políticas de Colombia. La novela retrata a una artista que se resiste a las ideas de la sociedad, sigue su propio camino y defiende la libertad y la resistencia contra la opresión a lo largo de su vida. Valoración: ¡Definitivamente merece la pena leerlo!“.

En la foto, la autora con la portada del libro en la Librería Nacional Oviedo de Medellín-Poblado.

En su escuela y en la metrópoli andina, la melómana ha estado especialmente comprometida con la cultura y el intercambio cultural germano-colombiano, al que ha prestado destacados servicios. Tras ocho años en el país, a principios de 2026 se trasladará a la ciudad hanseática de Hamburgo y asumirá allí la dirección de un centro de enseñanza secundaria. Colombia la extrañara.

 

Autor: Wolfgang Chr. Goede

Fotos © DKF, Käding, Goede

 

 

Ein Besuch der Schule in Alainawao – Teil 2 unseres Reiseberichts (La Guajira, Kolumbien)

    
    Beitragsautor:

     Michael Zysk, DKF-Mitglied in Berlin
     Für den Blog im Mai 2025
   
     Alle Beitragsautoren des DKF-Blogs
     vertreten ihre persönlichen Ansichten.

Hinweis der Redaktion:

Die erste Reise des Autors führte am 09. März 2022 zur Schule in Souluguamana (La Guajira, Kolumbien). Sie können den Bericht dazu unter diesem Link nachlesen
1. Reisebericht

 

Besuch der Schule in Alainawao – Teil 2 unseres Reiseberichts

Nach unserem ersten Besuch in der Rancheria Souluguamana am 9. März 2022 führte uns unsere Reise am 10. März nach Alainawao. Wie bereits im ersten Bericht erwähnt, hatten wir die Möglichkeit, während unserer Zeit in La Guajira tiefer in die Kultur und den Alltag der Wayúu-Gemeinschaft einzutauchen. In diesem zweiten Bericht möchte ich unsere Erlebnisse in Alainawao schildern und auf besondere Beobachtungen sowie eine große Herausforderung eingehen.

Begrüßung und erste Eindrücke

An der Schule angekommen, wurden wir herzlich von der Lehrerin Maricela und den 34 anwesenden Kindern empfangen. Insgesamt besuchen 40 Kinder die Schule. Anders als in Souluguamana gab es diesmal auf unseren Wunsch hin keine Tanzvorführung zur Begrüßung. Unser Ziel war es, einen authentischen Einblick in den normalen Schulalltag zu erhalten – doch das erwies sich als schwierig.

Unsere weite Anreise und die mitgebrachte Kameraausrüstung, darunter auch eine Drohne, rückten uns zwangsläufig in den Mittelpunkt. Daher entschieden wir uns schnell, den Kindern eine aktive Rolle zu geben: Wir ließen sie die Fotokamera und die GoPro ausprobieren.

Sie hatten große Freude daran, selbst zu fotografieren und zu filmen. Dabei fiel uns auf, dass sie ein bemerkenswertes Gespür für Bildkomposition hatten. Besonders spannend war zu beobachten, wie viel natürlicher und spielerischer sie sich vor der Kamera bewegten, wenn sie selbst die Kontrolle über die Fotografie hatten. Dies machte deutlich, dass sie ein intuitives Verständnis für visuelle Gestaltung mitbrachten – auch ohne viel vorherige Erfahrung mit solchen Geräten.

Kamerakinder

Diese Beobachtungen waren für uns besonders aufschlussreich, da wir herausfinden wollten, ob und wie der Einsatz digitaler Medien dazu beitragen kann, die Selbstrepräsentation indigener Gemeinschaften zu stärken. Wie können audiovisuelle Mittel genutzt werden, um die eigene Perspektive in einer dominierenden Mehrheitsgesellschaft sichtbar zu machen? Die Begeisterung der Kinder für die Kameratechnik und ihr intuitiver Umgang damit zeigten zumindest, dass großes Potenzial für kreative Selbstinszenierung und Dokumentation besteht.

Während der Pause wurden auf dem Schulhof vier Pylonen als improvisierte Tore aufgestellt, und es entwickelte sich schnell ein Fußballspiel. Die Kinder spielten barfuß, in Crocs oder mit Turnschuhen.

Dann ging es zurück ins Klassenzimmer, sodass wir doch noch einen kleinen Einblick in einen Schulalltag bekamen, der nicht allein durch unseren Besuch geprägt war.

Im Unterricht

Tradition und Bildung – Das Encierro-Ritual

Ein weiteres wichtiges Thema unseres Besuchs war das Encierro-Ritual, das eine zentrale Rolle in der Wayúu-Gemeinschaft spielt. Dieses jahrhundertealte Initiationsritual markiert den Übergang eines Mädchens zur Frau und beginnt mit ihrer ersten Menstruation. Traditionell dauert das Encierro zwischen einem Jahr (12 Monde) und fünf Jahren. Während dieser Zeit bleibt das Mädchen in einem abgegrenzten Bereich des Hauses und hat nur Kontakt zu ausgewählten Frauen. In dieser Phase erlernt sie essenzielle Fähigkeiten, die für ihr Leben in der Gemeinschaft von großer Bedeutung sind.

Dazu gehört vor allem die Webkunst (Susu), eine der wichtigsten Fähigkeiten für Wayúu-Frauen. Die Mädchen lernen, kunstvolle Hängematten (chinchorros) und Taschen (mochilas) herzustellen – nicht nur als Alltagsgegenstände, sondern auch als wirtschaftliche Einnahmequelle und Symbol kultureller Identität. Neben dem Weben erwerben sie Wissen über traditionelle Haushaltsführung, die Zubereitung von Speisen und die Organisation des familiären Zusammenlebens. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Heilpflanzenkunde: Die Älteren vermitteln ihnen Wissen über die Pflanzen der Region und deren Anwendung in der traditionellen Medizin.

Doch das Encierro umfasst nicht nur praktische Fähigkeiten, sondern auch die Vermittlung von sozialen und moralischen Werten. Da Wayúu-Frauen oft eine zentrale Rolle in der Vermittlung von familiären Konflikten übernehmen, werden sie während des Encierro auch in Kommunikation und Konfliktlösung geschult. Schließlich spielt auch die spirituelle Ebene eine bedeutende Rolle: Die Mädchen lernen, Träume und spirituelle Zeichen zu deuten und sich mit den Traditionen ihrer Vorfahren zu verbinden.

Die Wayúu sind eine matrilineare Gesellschaft, in der die Abstammung ausschließlich über die mütterliche Linie verläuft. Identität und kulturelles Erbe werden durch die Frauen weitergegeben. Männer haben zwar eine wichtige Rolle in der Gemeinschaft, können ihre ethnische Zugehörigkeit jedoch nicht an ihre Kinder weitervererben. Nicht-Wayúu werden als „Alijuna“ bezeichnet.

Unsere Gespräche mit Lehrerin Maricela zeigten, dass das Encierro heute oft in kürzerer Form praktiziert wird. Viele Eltern nehmen ihre Töchter für etwa einen Monat aus der Schule, anstatt die traditionelle Dauer einzuhalten. Maricela selbst wäre offen dafür, eine längere Encierro-Phase zu unterstützen, doch die Eltern entschieden sich bereits für die Dauer ohne vorherige Absprache mit ihr. Diese Entwicklung birgt Chancen und Herausforderungen: Einerseits bleibt den Mädchen so der Zugang zur schulischen Bildung erhalten, andererseits geht durch die Verkürzung ein Teil des über Generationen mündlich weitergegebenen Wissens verloren.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie dieses traditionelle Wissen im modernen Bildungssystem Bestand haben kann. Während die westliche Schulbildung auf schriftliche Wissensvermittlung setzt, basiert das Encierro auf mündlicher Weitergabe und praktischer Erfahrung. Dieses Spannungsfeld zeigt deutlich die Auswirkungen kolonialer Bildungssysteme, in denen indigenes Wissen oft nicht als gleichwertig anerkannt wird.

Auch die Rollenbilder innerhalb der Wayúu-Gemeinschaft stehen zur Debatte. Kritiker – auch aus den eigenen Reihen – sehen das Encierro als überholtes Konzept, das Frauen in traditionelle Aufgaben drängt. Gleichzeitig gibt es moderne Wayúu-Frauen, die studieren, arbeiten und dennoch eine Form des Encierro als wichtigen Teil ihrer Identität bewahren möchten. Sie hinterfragen nicht unbedingt das Ritual an sich, sondern suchen nach Möglichkeiten, es an zeitgemäße Lebensrealitäten anzupassen.

Der wachsende westliche Einfluss führt dazu, dass viele indigene Traditionen allmählich verschwinden. Globalisierung, soziale Medien und moderne Lebensstile verändern auch die Vorstellungen innerhalb der Wayúu-Gemeinschaft. Doch gerade dieser Wandel bringt eine starke Gegenbewegung mit sich – viele Wayúu setzen sich bewusst für den Erhalt ihrer Kultur ein und versuchen, Traditionen in neue Kontexte zu überführen.

Das Encierro steht somit exemplarisch für die Herausforderungen indigener Gemeinschaften im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Unser Gespräch mit Maricela machte deutlich, dass es keine einfache Lösung gibt – vielmehr müssen indigene Gemeinschaften selbst entscheiden, wie sie ihre Rituale in die Zukunft führen wollen.

Unser Besuch hat uns erneut gezeigt, wie wichtig es ist, diesen Wandel nicht von außen zu bewerten, sondern ihn gemeinsam mit den betroffenen Gemeinschaften zu verstehen und zu begleiten, wenn es erwünscht ist.

Fazit

Kurz vor unserem Abschied erzählte uns Lehrerin Maricela, dass sie sich für die Kinder Schuluniformen wünscht. Ein 13-jähriger Junge, mit dem wir sprachen, äußerte hingegen einen anderen Wunsch: einen Fußballplatz. Diese einfachen, aber bedeutsamen Wünsche zeigten uns noch einmal, welche alltäglichen Herausforderungen und Hoffnungen die Kinder in Alainawao begleiten.

Lehrerin Marciela im Interview

Mit diesen Eindrücken verließen wir die Schule – dankbar für die Offenheit, mit der wir empfangen wurden, und die Gespräche, die uns tiefe Einblicke in das Leben der Wayúu ermöglichten. Wir hoffen, dass die Schüler nicht nur ihre Schuluniformen erhalten, sondern vielleicht auch ihren gewünschten Fußballplatz.

Ein großes Dankeschön an Felix Montiel, Beate Busch sowie die NL Rheinland-Ruhr für ihren Einsatz zur Verbesserung der Bildungsbedingungen durch den Bau neuer Schulen.

 

Das Wunder von Manacacias im kolumbianischen Departament Meta, das zum Naturpark wird

    
    Beitragsautor:

    Zur Verfügung gestellt von
    Fernando Chavez Salamanca
    DKF-Mitglied
 
     Für den Blog, im März 2025
  
     Alle Beitragsautoren des DKF-Blogs
     vertreten ihre persönlichen Ansichten.

 

Das Wunder von Manacacias im kolumbianischen Departament Meta, das zum Naturpark wird

„In der Serrania von Manacacías wird seit 2010 ein Prozess durchgeführt, um einige Hektar Land, gut gepflegt und reich an lokaler Fauna und Flora, zum Naturpark zu erklären. Es handelt sich um ein neu entdecktes Wunder im Staatsgebiet, wo Hunderte Arten von Vögeln, Insekten und Säugetieren leben.“; Caracol Television/Los Informantes: https://youtu.be/lBgvrYxXDAU?feature=shared

Die Einrichtung dieses einzigartigen Naturparks hat außergewöhnliche Resonanz – nicht nur in Kolumbien sondern auch in den USA und weltweit – erfahren. Wissenschaftlicher Koordinator bei der federführenden Organisation in Kolumbien, „The Nature Conservancy“ (TNC), ist Dr. Thomas Walschburger, ein deutscher Biologe, der seit vielen Jahren an diesem und ähnlichen Projekten bei TNC arbeitet.

 

La maravilla de Manacacías, en el Meta / Colombia, que se convertirá en parque natural

“En la serranía de Manacacías desde el año 2010 se emprendió un proceso para declarar algunas hectáreas bien cuidadas y llenas de fauna y flora local como parque natural. Se trata de una nueva maravilla encontrada en el territorio nacional, en el que reposan cientos de especies de aves, insectos y mamíferos.”; Caracol Television/Los Informantes: https://youtu.be/lBgvrYxXDAU?feature=shared

La instalación de este parque natural ha tenido una resonancia excepcional- no sólo en Colombia sino también en EE.UU. y en todo el mundo. Coordinador científico de la organización principal a cargo en Colombia, „The Nature Conservancy“ (TNC), es el Dr. Thomas Walschburger, un biólogo alemán que trabaja desde hace muchos años en este y otros proyectos similares en TNC.

 

„Hundert Jahre Einsamkeit“ Rezension der ersten Netflix-Film-Staffel

    
    Beitragsautor:

    Wolfgang Chr. Goede, DKF-Mitglied
    Wissenschaftsjournalist – München / Medellín 
 
     Für den Blog, im Februar 2024
  
     Alle Beitragsautoren des DKF-Blogs
     vertreten ihre persönlichen Ansichten.

Español

„Hundert Jahre Einsamkeit“
Rezension der ersten Netflix-Film-Staffel

Endlich! Keiner hätte es für möglich gehalten. Am wenigsten der Autor, der zu Lebzeiten vehement gegen eine Verfilmung war: „Hundert Jahre Einsamkeit“ gibt’s seit Ende 2024 als Film. Nicht Hollywood, Netflix hat’s möglich gemacht. Mit jahrelangem Vorlauf, dem Nachbau des karibischen Macondo im Hochland Kolumbiens, Suche nach den klassischen Möbeln des 19. Jahrhunderts, Designen der damaligen Garderobe, Schulen der Schauspielenden im typischen Küstendialekt: Alles an diesem Film ist „Made in Colombia“, so die stolze Ansage, getreu den Vorgaben der Marquez-Erben. Angelehnt an die erfolgreichen indischen „Bollywood“ Serien – aus Bombay – ließe sich die Nobelpreisverfilmung eine „Collywood“-Premiere nennen.

SUCHE NACH FREIHEIT

Herausgekommen ist die erste Staffel, bestehend aus 8 Episoden mit neun Stunden Gesamtlaufzeit – gut rezipierbar an einem langen Wochenende. Die Bilder haben die üppig-tropisch kolumbianische Natur eingefangen, sind eine Liebeserklärung ans Land, seine wild erhabene Schönheit, auch an seine Menschen?

Je nachdem. Die Kolumbianerinnen und Kolumbianer in diesem Filmwerk kommen eher preußisch diszipliniert daher, getrieben und funktionierend. Wenig Vergleich mit den heutigen Bewohnern, die von Besuchern aus aller Welt als auffallend warm und herzlich beschrieben werden.

Aber vielleicht spiegelt sich in diesem Filmbild auch die straffe Mission von Menschen, die ausgezogen sind, sich einen Ort zu schaffen, wo sie sich selbst sein dürfen, frei vom Staat und Bevormundung, eben Macondo. Doch auch der Familienclan, ist erkennbar, folgt strikten Regeln und verlangt Unterordnung.

CLAN-MUTTER REGIERT

Wenn alle Stränge reißen, die Männer alles vergeigt haben, dann hat die Clan-Mutter und Patrona, Úrsula, das Sagen und die Zügel fest in der Hand. Die Freiheit, wer frei ist und wie Freiheit verteidigt wird, bleibt auch in dieser Freiheitshymne eine relative Größe mit breitem Interpretationsspielraum. Inklusive aller Risiken.

Über seine Liebe zur Alchemie, Freiheiten und Fallgruben des Denkens büßt der Clan-Gründer José Arcadio seinen Verstand ein und vegetiert angeleint an einen mächtigen Kastanienstamm dahin bis ans Ende seiner Tage. Ein sich wiederholendes beeindruckendes Bild!

Einer der Söhne, Aureliano, schlägt ganz andere Wege der Freiheit ein. Er wird Oberst im Krieg der 1000 Tage als Anführer der Liberalen gegen die Konservativen. Der sich immer wieder mit Fortune der Schlinge des Todes entzieht und auch nach der Einigung der beiden Kriegsparteien ein Aufständler bleibt. „Krieg total“ – Parallelen zu den heutigen Guerillagruppen, die trotz regierungsamtlichem „Frieden total“ das Land weiterhin in Atem halten, wären vermutlich rein zufällig.

„MONSTER IN DIE WELT GESETZT“

Währenddessen Aurelianos Bruder Arcadio, der vom Oberst ernannte Statthalter Macondos, den Ort in Napoleon-Uniform mit einer Schreckensherrschaft überzieht. Was Mutter Úrsula entsetzt ausrufen lässt, „wir haben Monster in die Welt gesetzt“. Genau dies ist der Fluch, der von Anbeginn über diesem Epos hängt, die Angst vor der Vorhersagung, Ungeheuer zu gebären, in diesem Falle keine mit dem gefürchteten Schweineschwanz, sondern: Feuerwaffen, Fanatismus, unversöhnlicher Hass.

Die Netflix-Produktion durchwehen hollywoodesk Wildwest und Highnoon, kein Zweifel. Aber das als „schwülstig“ abzuqualifizieren, wie das die „Neue Züricher Zeitung“ tut? Gewalt ist die Geschichte Kolumbiens, blutig, von der Eroberung durch die Spanier über die Besiedelung bis zum heutigen Narco-Konflikt. Wobei die Ursachen oft ans Land herangetragen werden, als dass sie dortselbst im Lande selbst lägen.

Für manche bleibt es ein Fragezeichen, warum das Buch ein Best- und Longseller wurde, über 30 Millionen Mal verkauft, als eines der wichtigsten Werke des 20. Jahrhunderts gilt. Hat es jemand durch verwirrende sieben Generation und eine Flut ähnlicher Namen wirklich verstanden? Der Film, sein mithin größtes Verdienst, bringt das Thema und den Plot gezielter auf den Punkt als die 500 Leseseiten.

ATLANTIS IN KOLUMBIEN

Nämlich die seit der Antike Dichter und Mythen umtreibende Vision von einem Atlantis, also die Utopie von einer Welt, dereinst unweit Zyperns, später bei den Kanarischen Inseln, nunmehr in den Urwäldern Kolumbiens gefunden. Doch der Menschen legendärer Wunschtraum strauchelt auch im karibischen Atlantis. Es bleibt spannend, wie in der zweiten Staffel angekündigt für 2025 der Niedergang Macondos sich in den Filmbildern niederschlägt.

Warum der Spielort von der Karibik ins Hochland verlegt wurde, ist nicht so ganz klar. Im Buch findet die schwüle unerträgliche Hitze der Küste treffenden Ausdruck, was die Filmbilder vermissen lassen. Keiner schwitzt. Noch etwas, was untergeht: Kolumbiens Karibik als Drehscheibe der Kulturen, mehr als New York ein Melting Pot, wo sich Europäer, Afrikaner, Muslime, Indigene vermischt haben, zusammengebacken von einem eher kruden Katholizismus, auch das springt nicht so richtig an.

STILBRÜCHE UND FINANZEN

Gab es im Kolumbien des 19. Jahrhunderts eigentlich volltätowierte Menschen? Woher kam in die Einsamkeit die Schwarzwälder Kuckucksuhr geflogen? Was für Unterhosen trugen Männer, enganliegende Boxershorts? Und war das ganze Wohnungsinterieur nicht eine Spur zu feudal, eher das der Großgrundbesitzer und Aristokratie.

Während der Patriarch ja im Banne der Esoterik stand, von der Clan-Mama ermahnt, dass sich damit ja kein Geld verdienen lasse: Wovon haben die Buendías eigentlich gelebt?

Weitere Fragen, die vielleicht im Zuge des Streaming und der Debatte darüber Erörterung finden: Es ist von enorm hohen Drehkosten die Rede, aber wie hoch in Zahlen? Und wieviel davon verdienen die Marquez-Söhne an der Verfilmung (die das bereits vom Vater nicht autorisierte Spätwerk „Wir sehen uns im August“ herausgeben hatten, welches bereits Alzheimer-Spuren des Autors trug)? Ob die uneheliche und bis nach seinem Tode unbekannte Tochter des Nobelpreisträgers an den Gewinnen beteiligt ist?

https://www.youtube.com/watch?v=LuUUCeR8Wqw

 

##

 

«Cien años de soledad»

Crítica del primer ciclo de cine de Netflix

¡¡¡Por fin!!! Nadie lo habría creído posible. Y menos el autor, que en vida se opuso con vehemencia a una versión cinematográfica: «Cien años de soledad» está disponible como película desde finales de 2024. No Hollywood, sino Netflix lo ha hecho posible. Con años de preparación, la reconstrucción del Macondo caribeño en las tierras altas de Colombia, la búsqueda de mobiliario clásico del siglo XIX, el diseño del vestuario de la época, el entrenamiento de los actores en el dialecto típico costeño: todo en esta película es «Made in Colombia», según el orgulloso anuncio, fiel a las especificaciones de los herederos de Márquez. Basada en la exitosa serie india «Bollywood» -de Bombay-, la adaptación cinematográfica del Premio Nobel podría calificarse de estreno «Collywood».

EN BUSCA DE LA LIBERTAD

El resultado es la primera temporada, que consta de 8 episodios con una duración total de nueve horas – fácil de ver en un fin de semana largo. Las imágenes han captado la exuberante y tropical naturaleza colombiana, son una declaración de amor al país, a su belleza salvaje y sublime, ¿y también a su gente?

Depende. Los colombianos de esta película parecen más bien prusianos y disciplinados. Poco tienen que ver con los habitantes de hoy, a los que visitantes de todo el mundo describen como extraordinariamente cálidos y acogedores.

Pero quizás esta imagen cinematográfica también refleje la estricta misión de unas personas que se han propuesto crear un lugar donde puedan ser ellos mismos, libres del Estado y del paternalismo: Macondo. Pero también el clan familiar es reconocible, sigue reglas estrictas y exige subordinación.

LA MADRE DEL CLAN MANDA

Si todo lo demás falla y los hombres lo han estropeado todo, entonces la madre del clan y patrona, Úrsula, está al mando y lleva las riendas con firmeza. La libertad, quién es libre y cómo se defiende la libertad, sigue siendo una cantidad relativa con un amplio margen de interpretación en este himno a la libertad. Incluidos todos los riesgos.

Por su amor a la alquimia, a las libertades y a las trampas del pensamiento, el fundador del clan, José Arcadio, pierde la razón y vegeta, atado a un poderoso tronco de castaño, hasta el final de sus días. ¡Una imagen repetitiva e impresionante!

Uno de los hijos, Aureliano, toma un camino completamente distinto hacia la libertad. Se convierte en coronel en la Guerra de los Mil Días como líder de los liberales contra los conservadores. Escapa repetidamente de la soga de la muerte con fortuna y sigue siendo un insurgente incluso después de que las dos facciones enfrentadas lleguen a un acuerdo. «Guerra total“: los paralelismos con los grupos guerrilleros actuales, que siguen manteniendo en vilo al país a pesar de la “paz total” del Gobierno, serían probablemente pura coincidencia.

«MONSTRUOS TRAÍDOS AL MUNDO»

Mientras tanto, Arcadio, el hermano de Aureliano, gobernador de Macondo nombrado por el coronel, reina el terror en la ciudad con el uniforme de Napoleón. La madre Úrsula exclama horrorizada: «Hemos traído monstruos al mundo». Esta es precisamente la maldición que pesa sobre esta epopeya desde el principio, el miedo a la predicción de parir monstruos, en este caso no monstruos con la temida cola de cerdo, sino monstruos: Armas de fuego, fanatismo, odio irreconciliable.

No hay duda de que la producción de Netflix tiene un sabor hollywoodesco a Salvaje Oeste y a alta tarde. ¿Pero tacharla de «turbia», como hace el “Neue Züricher Zeitung”2? La historia de Colombia es una historia de violencia y derramamiento de sangre, desde la conquista española y la colonización hasta el actual narcoconflicto. A menudo se culpa al país de las causas, en lugar de buscarlas en el propio país.

Para algunos, sigue siendo una incógnita por qué el libro se convirtió en un bestseller y en un longseller, vendió más de 30 millones de ejemplares y se considera una de las obras más importantes del siglo XX. ¿Alguien lo ha entendido realmente a través de siete confusas generaciones y una avalancha de nombres similares? La película, su mayor logro, llega al meollo del tema y de la trama con más precisión que las 500 páginas de lectura.

ATLANTIS EN COLOMBIA

A saber, la visión de una Atlántida que ha impulsado a poetas y mitos desde la antigüedad, la utopía de un mundo que una vez se encontró no lejos de Chipre, más tarde cerca de las Islas Canarias y ahora en las selvas primigenias de Colombia. Pero la legendaria quimera del hombre también se tambalea en la Atlántida caribeña. Queda por ver cómo se reflejará el declive de Macondo en las imágenes de la película anunciada para 2025 en la segunda temporada.

No está del todo claro por qué se trasladó el escenario del Caribe a las tierras altas. El calor bochornoso e insoportable de la costa está muy bien expresado en el libro, algo de lo que carecen las imágenes de la película. Nadie suda. Otra cosa que se pierde: el Caribe colombiano como centro de culturas, más crisol que Nueva York, donde se han mezclado europeos, africanos, musulmanes e indígenas, cocidos por un catolicismo bastante burdo, que tampoco salta a la vista.

RUPTURAS ESTILÍSTICAS Y FINANZAS

¿Había realmente gente tatuada en la Colombia del siglo XIX? ¿De dónde procede el reloj de cuco de la Selva Negra? ¿Qué tipo de pantalones llevaban los hombres, calzoncillos ajustados? ¿Y no era todo el interior del piso un poco demasiado feudal, más propio de los terratenientes y la aristocracia?

Mientras el patriarca estaba bajo el hechizo del esoterismo, amonestado por la madre del clan de que no se podía ganar dinero con ello: ¿de qué vivían realmente los Buendía?

Otras cuestiones que podrán discutirse en el transcurso del streaming y del debate sobre el mismo: Se habla de costes de rodaje enormemente altos, pero ¿cuánto en cifras? ¿Y cuánto ganan los hijos de Márquez con la adaptación cinematográfica (ya habían publicado la obra tardía «Wir sehen uns im August», no autorizada por su padre y que ya presentaba huellas del Alzheimer del autor)? ¿Tendrá parte en los beneficios la hija ilegítima del Premio Nobel, que permaneció desconocida hasta después de su muerte?

https://www.youtube.com/watch?v=LuUUCeR8Wqw

 

Traducción realizada con la versión gratuita del traductor DeepL.com

 

 

Eine Familie zieht um nach Kolumbien – Teil 7: Wir nehmen alles mit – die letzten Monate

Beitragsautoren: Die Autoren sind uns bekannt, haben aber darum gebeten, nicht genannt zu werden. Für den Blog, 26.12.2024

Alle Beitragsautoren des DKF-Blogs  vertreten ihre persönlichen Ansichten.

Im Herbst 2022 verlegte eine Famiie  – Vater, Mutter, kleiner Sohn – ihren Wohnsitz von einer Stadt in Bayern nach Fredonia in der Nähe von Medellín, Kolumbien. In bisher 6 Blog-Beiträgen ( s. Blog-Archiv ) berichteten sie über ihre Lebensführung in Fredonia. Inzwischen ist die Familie zurückgekehrt nach  Bayern. Hier lesen sie den Bericht über die letzten  Monate ihres Lebens in der Finca in Kolumbien.

 

Spanische Sprache

Fast das gesamte erste Jahr hier in den Bergen von Fredonia war geprägt durch das Wetterphänomen La Niña, welches hier Kälte und Regen bringt. Oft haben wir von den schlammigen Straßen und dem z.T. nicht mehr möglichen Fahrten darauf berichtet. Noch während La Niña wurde angekündigt, dass sich direkt danach das Phänomen El Niño ankündigt, was eben genau das Gegenteil, Hitze und Trockenheit bringt. Obwohl ich es rein rational natürlich besser wusste, habe ich mir in der regenreichen Zeit doch ab und an gewünscht diese Hitze und Trockenheit würde endlich eintreten! Und dann kam es auch so – und zwar mit voller Wucht. In den Hoch-Anden haben die Paramos gebrannt und auch bei uns war höchste Waldbrandgefahr ausgerufen. Hier ist es (verbotene) Tradition so kleine Feuerballons selbst zu basteln und v.a. an Weihnachten steigen zu lassen. So lange alles feucht ist, ist die Gefahr ja nicht zu groß, aber als mitten in dieser trockenen Zeit ein Ballon direkt an unserem Haus vorbei geflogen ist, habe ich mich schon gewundert, wer solch eine Aktion bei diesen extremen Bedingungen macht. 10 min und einen Spaziergang ums Haus später habe ich mich dann nicht mehr gewundert, sondern geärgert: Das Kaffeefeld direkt hinter unserem Haus stand in Flammen!

Dieses Kaffeefeld brannte.

An diesem Tag ging auch noch ein schöner heißer Wind und das Feuer breitete sich sehr schnell aus. Wir haben den Besitzer angerufen, die ersten Nachbarn kamen und dann sind wir alle zusammen mit Feuerlöscher, Wassereimer und Hacken ins extreme steile Kaffeefeld gezogen. Dank der vielen Hände war das Feuer zum Glück einigermaßen schnell gelöscht bzw. erstickt. Wir waren aber ganz schön fertig, denn mit Wassereimern unter Tropensonne und bei guten 30 Grad den Steilhang rauf und runter zu hetzen ist so wie es klingt- extrem anstrengend. Nu gut- man wächst an seinen Herausforderungen . Hatten wir dieses Ereignis hinter uns, kam das nächste: Die Quelle, die unsere Wasserversorgung des Ortsteils speist, war fast versiegt. Es wurde also das Wasser rationiert, um die Tanks wieder zu füllen und Wasser in bestimmten Stunden in die Leitungen zu schicken. Problem war, dass das Wasser natürlich nicht immer so wollte, wie geplant und manchmal füllte sich der Tank auch einfach nicht wieder. Einmal hatten wir – ohne Vorwarnung – 36 Stunden lang kein Wasser mehr. Ohne Vorwarnung ist das natürlich hart. 36 Stunden klingen erstmal nicht so viel. Aber ohne einen Laden, um wenigstens Trinkwasser kaufen zu können, ist es das ziemlich lang. Unsere kleinen Trinkwasserfilter in der Küche waren zum Glück aufgefüllt und ich war alleine zu Hause. So konnte ich mich durch diese Zeit retten. Aber es war dennoch ein sehr prägsames Erlebnis. Man ist hier viel näher dran an den Elementen und auch am Klimawandel. In dieser Zeit habe ich mir öfters mal gewünscht Politiker aus der EU, in der gerade einige wichtige Maßnahmen für den Arten- und Klimaschutz zurückgedreht wurden, wären hier und würden diese 36 Stunden einfach mal miterleben (fast kein Trinkwasser, kein Wasser für Klospühlung, Duschen oder zum Abwaschen…). Das war immer noch nichts dramatisches, wenn man es mit anderen Regionen der Welt vergleicht, aber es ist interessant, was es mit einem macht, wenn man es mal erlebt. Wir haben aber generell Glück, denn wir haben eine Quelle am Grundstück, die auch in der Trockenheit nicht versiegt. Allerdings hatten wir zum Zeitpunkt der 36h gerade kein Wasser im Tank, da der natürlich pünktlich kaputt war. Aber bald war ein neuer Wasserspeicher im Garten aufgestellt, mit der Quelle verbunden und eine Pumpe eingebaut. So können wir seitdem das Haus mit Quellwasser versorgen, wenn wir es brauchen. Als der erste Tropfen aus dem Wasserhahn in der Küche lief, war das ein wahnsinniges Glücksgefühl – ein großes Geschenk.

Beim Bau unseres Trinkwasserversorgungssystems mit Quellwasser. Aber dieses Glück haben nicht alle.

Freunde von uns wurden mit ihrem Haus nicht mehr an das Trinkwassersystem angeschlossen, weil es sonst zu viele Häuser sind. Ihre eigene Quelle ist in der Trockenzeit versiegt. Und so fuhren sie jeden Tag zu einer weiter weg gelegenen Quelle und holten frisches Wasser, um zumindest genügend Wasser zum Kochen zu haben. Das Schmutzwasser wurde so gut es geht immer wieder verwendet. Da wurde ich dann ganz stumm mit unserem kleinen 36h-Problem! Und die letzten Monate haben wir wirklich nichts ausgelassen. Da wir mit unserem Auto nicht überall hinkommen, haben wir uns ein gebrauchtes Motorrad gekauft. Bei der Fahrt mit dem Motorrad nach Hause, ist mein Mann allerdings kurz vor der Finca in einer Kurve gestürzt. Er musste genäht werden und unser schöner neuer Familienzuwachs hatte gleich kleinere Schäden. Das war aber leider nicht der einzige Unfall… Unsere Nachbarn haben sich ein sehr hübsches Pferd gekauft und mir erlaubt es zu reiten. Da habe ich mich riesig gefreut. Als Jugendliche hatte ich 10 Jahre lang ein eigenes Pferd und hier ausreiten zu können war ein Traum. Also gesagt, getan. Und es war herrlich. Ich habe mir schon ausgemalt, wie ich nun unsere Umgebung und die vielen kleinen Wege durch die Berge auf dem Rücken zu Pferde erkunde. Herrlich!

Mosco, also „Fliege“ beim Ausritt

Und dann ist aus einem mir unerklärlichen Grund das Pferd gestiegen. Hat wohl mein Gewicht nicht mit einkalkuliert und ist mit mir rückwärts gefallen. Zu meinem großen Glück sind wir schräg nach hinten gefallen und erstmal auf die Hangseite geknallt. Dummerweise hat es mich da aber aus dem Sattel geschmissen und ich bin den Rest des Berges auf dem Hintern bergab gerutscht, bis ich auf dem Spurweg ankam. Wäre ja eigentlich gut gewesen, wäre nicht das Pferd ca. 50cm hinter mir hergerutscht und dann mit seinem vollen Gewicht auf meinem linken Knie gelandet. Und obwohl das Pferd „Fliege“ heißt, war es definitiv kein Fliegengewicht, was mir dann das Knie zertrümmert hat. Nachdem ich mich etwas gefasst hatte und mir klar war, dass das nun so gar nicht gut war, habe ich (zugegebenermaßen etwas zittrig) mein Handy gezückt und Hilfe angerufen. Ein Nachbar kam das Pferd holen, ein anderer mich betreuen, der Dritte mich im Jeep abholen. Der Rest meiner Familie war im Dorf und die habe ich dann im Krankenhaus getroffen. In Fredonia im Krankenhaus war allerdings das Röntgengerät kaputt. Sie haben mir was gegen die Schmerzen gegeben und wir sind mit unserem Auto direkt weiter nach Medellin gefahren. Obwohl die Situation nicht die schönste war, war ich mir in diesem Moment sehr bewusst, wie privilegiert ich in dieser Situation war. Wir hatten ein eigenes Auto, um schnell weiterfahren zu können, meine Krankenversicherung hat jedes Krankenhaus in Kolumbien anerkannt, so dass wir dann auch tatsächlich in einer der besten Privatkliniken mit Orthopädie eingelaufen sind. Nach Röntgen und MRT war schnell klar, dass „Fliege“ ganze Arbeit geleistet hatte und ich operiert werden musste.

Diese Schiene hatte ich dann Tag und Nacht für 3 Monate

Nach ca. 3 Monaten konnte ich die Krücke weglassen, hatte eine Schiene am Knie und mit Physio angefangen. Es ist ein langsamer Prozess, aber irgendwann wird es ja wohl besser werden. Nervig waren die eigentlich so schönen Berge, da ich mich hier kaum bewegen konnte und nur rund ums Haus laufen konnte. Im Nachhinein denke ich mir wenigstens ist das Pferd nur auf mein Knie gefallen und nicht auf meinen Rücken oder Kopf. Zum Glück sind wir erst auf den Hang geprallt und nicht direkt auf den betonierten Spurweg. Zum Glück hatte ich mein Handy dabei und hatte Empfang, das ist hier nämlich häufig nicht der Fall. Also auch wenn die letzten Monate nicht leicht waren und noch ein Stück Weg vor mir liegt, es hätte viel schlimmer kommen können. Zu den nächsten Dramen: Wir hatten wir unserem kleinen 2 wunderschöne Häschen gekauft. Wir haben ihnen einen Stall mit Auslauf gebaut und sogar den Zaun in die Erde eingegraben, so dass sie nicht abhauen können. Nach der ersten Nacht waren sie aber leider weg. Hatten es doch geschafft sich irgendwie ein Loch an der Türe frei zu rücken und waren weg. Da sie noch sehr klein waren, haben wir sie leider nicht mehr wieder gesehen. Ein paar Tage später haben wir nochmal Häschen in genau denselben Farben, aber etwas älter geholt. Auch sie haben es trotz Nachbesserung geschafft in der Nacht zu entkommen. Allerdings kam morgens erst das schwarze ins Büro gehoppelt, kurze Zeit später ist auch das Braune aufgetaucht. Welch eine Freude. Nach nochmaliger Nachbesserung waren die nächsten Nächte diesbezüglich ruhig. Aber dann waren sie doch weg. Ein Tier (wir verdächtigen einen Hund aus der Nachbarschaft) hat den Zaun untergraben, das Häuschen umgeschmissen und wohl die Häschen mitgenommen. Sehr traurig. Aber natürlich haben wir auch schöne Dinge erlebt. Es kamen Freunde und Familie aus Deutschland, denen wir die Gegend, aber auch andere schöne Teile Kolumbiens gezeigt haben. Wir konnten Affen in freie Wildbahn beobachten und das Mee genießen. Jeden Arzttermin in Medellin haben wir zum Anlass genommen in der deutschen Bäckerei Laugenstangen mit Butter zu essen.

Beim Dachdecken, kurz bevor die Regenzeit begann.

Wir haben das Dach der Finca neu decken lassen, so dass nun die Regenzeit kommen kann und unsere schönen Lehmwände nicht wieder durchweichen müssen. Und ich kann sagen es fühlt sich toll an, wenn man bei einem tropischen Regenschauer im Bett liegt und man weiß, dass alles trocken bleibt und man eben nicht mehr das Haus nach nassen stellen zum Nachbessern absuchen muss. Und wir hatten auch wieder gigantische Sonnenuntergänge.

Und es gab in Form eines kleinen Kätzchens nochmal Familienzuwachs.

Lukas, das neue Kätzchen

Der aufmerksame Leser und Kolumbienkenner hat wahrscheinlich gemerkt, dass hier zeitlich was nicht stimmen kann. Da liegt daran, dass ich hier Erlebnisse aus mehreren Monaten zusammengefasst habe. Die Zeit läuft einfach zu schnell für regelmäßige Berichterstattung. Aber ich kann noch sagen, dass die Regenzeit verspätet eingesetzt hat und die Wasservorräte, sowie auch unser Garten sich gut erholt haben.

###

Español

 

Nos ha pasado de todo: Resumen de los últimos meses

Casi todo el primer año aquí en las montañas de Fredonia se caracterizó por el fenómeno meteorológico de La Niña, que trae frío y lluvia. A menudo hemos informado sobre las carreteras con mucho barro y la imposibilidad de circular por ellas. Durante La Niña, se anunció que inmediatamente después vendría el fenómeno de El Niño, que traería exactamente lo contrario, calor y sequedad. Aunque lo sabía desde un punto de vista puramente racional, durante el periodo de lluvias a veces deseaba que ese calor y esa sequedad se materializaran por fin. Y así fue, con toda su fuerza. En las alturas de los Andes, los páramos ardían y nosotros también corríamos el mayor riesgo de incendios forestales. Aquí es una tradición “Prohibida” hacer pequeños globos y no tan pequeños de papel que vuelan con fuego, sobre todo en Navidad. Mientras todo esté húmedo, el peligro no es demasiado grande, pero cuando un globo pasó volando por delante de nuestra casa en medio de este periodo seco, me pregunté quién haría algo así en estas condiciones extremas de sequia. 10 minutos y un paseo alrededor de la casa después, ya no estaba sorprendido, sino molesto: ¡el cafetal que hay justo detrás de nuestra casa estaba ardiendo!

Este cafetal estaba ardiendo.

Además, ese día hacía un viento muy cálido y el fuego se propagó muy rápidamente. Llamamos al propietario, llegaron los primeros vecinos y luego nos metimos todos en el cafetal, muy empinado, con extintores, cubos de agua y azadones. Afortunadamente, gracias a las numerosas manos, el fuego se extinguió o sofocó con bastante rapidez . Pero estábamos bastante agotados, porque subir y bajar la empinada ladera con cubos de agua bajo el sol tropical y a unos 30 grados es, como suena, extremadamente agotador. Está bien, con los retos se crece y logramos contener el fuego. Una vez superado este acontecimiento, llegó el siguiente: el manantial que alimenta nuestro suministro de agua en el barrio casi se había secado. Por tanto, se racionó el agua para rellenar los depósitos y enviar agua a las tuberías a determinadas horas. El problema era, por supuesto, que el agua no siempre funcionaba según lo previsto y a veces el depósito simplemente no volvía a llenarse. Una vez, sin previo aviso, nos quedamos sin agua durante 36 horas. Sin avisar, eso es duro, claro. 36 horas no parece mucho al principio. Pero sin una tienda donde comprar al menos agua potable, es mucho tiempo. Afortunadamente, nuestros pequeños filtros de agua potable de la cocina estaban llenos y yo estaba solo en casa. Así que pude pasar este tiempo. Pero aun así fue una experiencia memorable. Aquí estás mucho más cerca de los elementos y también del cambio climático. Durante este tiempo, a menudo deseé que los políticos de la UE, donde se acaban de revertir algunas medidas importantes para la protección de las especies y el clima, estuvieran aquí y pudieran simplemente experimentar estas 36 horas (casi sin agua potable, sin agua para las cisternas de los inodoros, las duchas o para fregar…). No fue nada dramático si lo comparamos con otras regiones del mundo, pero es interesante lo que te hace sentir cuando lo vives. En general, tenemos suerte, porque tenemos un manantial en la propiedad que no se seca ni siquiera durante la sequía. Sin embargo, no teníamos agua en el depósito en el momento de las 36 horas, ya que se rompió puntualmente. Pero pronto se instaló un nuevo depósito de agua en el jardín, se conectó al manantial y se instaló una bomba. Desde entonces, podemos abastecer la casa con agua del manantial cuando la necesitamos. Cuando salió la primera gota del grifo de la cocina, fue una increíble sensación de felicidad: un gran regalo.

Durante la construcción de nuestro sistema de abastecimiento de agua potable con agua de manantial. Pero no todo el mundo tiene tanta suerte.

Pero no todo el mundo tiene tanta suerte. Unos amigos nuestros ya no tienen su casa conectada a la red de agua potable porque si no habría demasiadas casas. Su propio pozo se secó durante la estación seca. Así que cada día se desplazaban a un manantial más alejado y cogían agua fresca para tener al menos agua suficiente para cocinar. El agua sucia se reutilizaba en la medida de lo posible. ¡Fue entonces cuando me quedé completamente muda con nuestro pequeño problema de 36 horas! Y la verdad es que no nos hemos perdido nada en los últimos meses. Como con el coche no podemos ir a todas partes, compramos una moto de segunda mano. Sin embargo, cuando volvíamos a casa en moto, mi marido se estrelló en una curva justo antes de llegar a la finca. Necesitó puntos de sutura y nuestro precioso nuevo miembro de la familia sufrió algunos daños menores. Por desgracia, no fue el único accidente… Nuestros vecinos compraron un caballo muy bonito y me permitieron montarlo. Eso me hizo muy feliz. De adolescente, tuve mi propio caballo durante 10 años y poder montar aquí era un sueño hecho realidad. Dicho y hecho. Y fue maravilloso. Ya me imaginaba cómo iba a explorar a caballo nuestro entorno y los numerosos senderos que atraviesan las montañas. Maravilloso.

El caballo „Mosco“

Y entonces, por alguna razón inexplicable, el caballo subió. Probablemente no tuvo en cuenta mi peso y cayó hacia atrás conmigo. Por suerte para mí, caímos hacia atrás en ángulo y nos golpeamos contra la ladera. Por desgracia, me tiró de la silla y me deslicé de saliendo de la silla por el resto de la cuesta hasta llegar a la piso. Habría estado bien si el caballo no se hubiera deslizado unos 50 cm detrás de mí y luego hubiera aterrizado con todo su peso sobre mi rodilla izquierda. Y aunque el caballo se llama «Fly», definitivamente no era un peso mosca, que luego me destrozó la rodilla. Cuando me tranquilicé un poco y me di cuenta de que aquello no era nada bueno, saqué el móvil (un poco tembloroso, eso sí) y pedí ayuda. Un vecino vino a buscar el caballo, otro vino a cuidarme, el tercero vino a recogerme en el jeep. El resto de mi familia estaba en el pueblo y me reuní con ellos en el hospital. En el hospital de Fredonia, sin embargo, la máquina de rayos X estaba estropeada. Me dieron algo para el dolor y nos fuimos directamente a Medellín en nuestro coche. Aunque la situación no era la mejor, en ese momento fui muy consciente de lo privilegiada porque teníamos coche propio para poder seguir viaje rápidamente, y mi seguro médico reconocía todos los hospitales de Colombia, así que acabamos en una de las mejores clínicas privadas de ortopedia. Tras una radiografía y una resonancia magnética, enseguida quedó claro que el caballo «mosco» había hecho un gran trabajo y que yo necesitaba una operación.

Luego tuve esta férula día y noche durante 3 meses

Al cabo de unos 3 meses pude deshacerme de la muleta, me pusieron una férula en la rodilla y empecé fisioterapia. Es un proceso lento, pero en algún momento mejorará. Las montañas, que en realidad eran muy bonitas, me molestaban porque apenas podía moverme y solo podía andar por casa. Mirando hacia atrás, pienso que al menos el caballo sólo se cayó sobre mi rodilla y no sobre mi espalda o mi cabeza. Por suerte chocamos primero contra la pendiente y no contra la pista de cemento. Por suerte llevaba el móvil y tenía cobertura, cosa que no suele ocurrir aquí. Así que, aunque los últimos meses no han sido fáciles y todavía me queda mucho camino por recorrer, podría haber sido mucho peor. Pasemos a los siguientes dramas: Le habíamos comprado a nuestro pequeño 2 hermosos conejitos. Les construimos una conejera con un corral e incluso enterramos la valla en el suelo para que no pudieran escaparse. Desgraciadamente, desaparecieron la primera noche. Habían hecho un agujero en la puerta y se habían ido. Como aún eran muy pequeños, por desgracia no volvimos a verlos. Unos días más tarde, recibimos más conejitos exactamente del mismo color, pero un poco mayores. También consiguieron escaparse durante la noche, a pesar de haber sido realojados. Sin embargo, el negro vino saltando a la oficina a primera hora de la mañana, y poco después apareció también el marrón. Qué alegría. Tras otro retoque, las noches siguientes fueron tranquilas en este sentido. Pero entonces desaparecieron. Un animal (sospechamos que un perro del vecindario) socavó la valla, derribó la casa y probablemente se llevó a los conejitos con él. Muy triste. Pero, por supuesto, también vivimos cosas maravillosas. Vinieron amigos y familiares de Alemania y les enseñamos la zona y otras partes hermosas de Colombia. Pudimos observar monos en libertad y disfrutar del mar. Aprovechábamos cada cita con el médico en Medellín para comer palitos de pretzel con mantequilla en la panadería alemana.

Techo, justo antes de que comenzara la temporada de lluvias.

Hemos vuelto a cubrir el tejado de la finca para que llegue la temporada de lluvias y nuestras preciosas paredes de arcilla no tengan que volver a empaparse. Y puedo decir que sienta muy bien tumbarse en la cama durante un chaparrón tropical y saber que todo permanecerá seco y no tendrás que buscar por toda la casa manchas de humedad que reparar. Y también hemos vuelto a tener atardeceres gigantescos. Además, la familia se ha ampliado con un gatito.

Lukas, el nuevo gatito

El lector atento y experto en Colombia probablemente haya notado que algo debe estar mal en términos de tiempo. Eso es porque he resumido las experiencias de varios meses aquí. El tiempo simplemente corre demasiado rápido para los informes regulares. Pero aún así puedo decir que la temporada de lluvias comenzó tarde y los suministros de agua, así como nuestro jardín, se han recuperado bien.

Der Kaffee-König

    
    Beitragsautor:

    Wolfgang Chr. Goede, DKF-Mitglied
    Wissenschaftsjournalist München / Medellín 
    Alexis Goede *

     Für den Blog, im November 2024
  
     Alle Beitragsautoren des DKF-Blogs
     vertreten ihre persönlichen Ansichten.

     Alle Fotos (c) Wolfgang Chr. Goede

*) Alexis Goede ist Deutsch-Kolumbianer. Seine in Kolumbien erworbenen Praxis-Kenntnisse im Innovations-Tourismus, regionales Netzwerken und Entwicklungs-Kooperation verdichtet und ergänzt er derzeit theoretisch im Studium „Management Sozialer Innovation“ an der Hochschule München HM.

Spanische Sprache

November 2024: Kolumbien schwelgt im Kaffee-Bonanza. Die Bohne erzielt Höchstpreise an der Börse. Wir stellen hier in Text, Foto, Video die „Kaffee Finca La Marquesa“ vor. Sie hat den Kaffee-Tourismus mitbegründet. Das ist ein wachsender Wirtschaftszweig, bei dem ein Hostel Pate stand – ein glückendes Beispiel privater Entwicklungszusammenarbeit.  

Das kolumbianische Hochland steckt in der diesjährigen Ernte der Kaffeebohnen. Von ganz Jung bis ganz Alt, alles wuselt an den Hängen zwischen den Kaffeestauden herum und pflückt wie vor Hunderten Jahren jedes Böhnchen per Hand. Keine Maschine wurde je für diese Fleißarbeit erfunden. Dafür brauchen die Erntehelfer nicht nur ein prima Stehvermögen an 60-Grad-plus Steillagen, sondern sind der sengenden Tropensonne ebenso ausgesetzt wie sintflutartig anschwellendem Regen des Tropenwinters.

Kaffee-Börse „dollarish“

Aber, die momentane Kaffeekonjunktur ist super, die Kurve an der New Yorker Börse zieht weiter nach oben, liegt derzeit bei zweieinhalb Millionen Pesos pro 125 Kilo: 555 US-Dollar, viel „Kohle“ für Kolumbianer. „Dollarish“, im „Dollar-High“, freut sich ein Kaffeebauer in San Jerónimo/Los Cedros, der seine Ernte wie fast alle seine Nachbarn auf Planen fast über die gesamte Straße ausbreitet, um die Bohnen so rasch wie möglich zu trocknen und bei den Kaffeegenossenschaften für Cash abzuliefern.

Kaffeepreis in New York – Goldstandard Kolumbiens, sein „schwarzes Gold“

Eine der größeren Kaffeeplantagen im Los Cedros Umland ist die von Don Reinaldo. „La Marquesa – Finca Cafetera“ breitet sich über einen Berghang in über 2000 Höhenmetern aus. Die schmucken Campesino-Wohnhäuschen sind umringt von den Kaffeepflanzungen und diversen Anlagen zur Verarbeitung. Zur Ausstattung gehören auch ein Pferd, besonders ein Esel, in diesen unwegsamen Berglagen für den Kaffeeabtransport unentbehrlich. Die ganze zehnköpfige Familie arbeitet auf der Kaffee-Finca und kann gut von den Erlösen leben.

Die Marquesa-Kaffeebauer-Familie mit Kaffee-Touristen. Rey jun. und Rey sen. (†) mit hellen Strohhütten, rechts

Der erst kürzlich mit über 80 Lebensjahren verstorbene Vater Reinaldo Senior hat die Kaffeeplantage gegründet. Er war ein angesehener Bürger, bis zuletzt ein eifriger Tänzer und großer Geschichtenerzähler. Bei der Trauerfeier im zehn Kilometer entfernten San Jerónimo unten im Tal füllte sich San Jerónimos stattliches Gotteshaus mit Hunderten Menschen zum letzten Geleit. Drei „Chivas“, Kolumbiens bunte offene Lastenbusse, fuhren Nachbarn in den Ort hinunter.

Kaffee-Labor

Reinaldo Zapata Junior oder Rey – „König“ –, wie ihn alle nennen, hat ein sehenswertes Video (Marquesa Kaffee Finca Video) gedreht , in dem er diese in die Steilhänge Antioquiens sich schmiegende Kaffeeregion 50 Kilometer nordwestlich von Medellín vorstellt. Darin vermittelt er die raue Schönheit, die urwüchsige Topografie seiner andinen Heimat zusammen mit der Kunst und dem Handwerk des Kaffeeanbaus. Einen besonderen Platz darin hat der neue Kaffeetourismus. Er erwähnt das „Hostal la Finca“, das in den 2010er Jahren über tausend Rucksackreisende aus allen Kontinenten in diese ferne Ecke Kolumbiens lockte. Eines der Highlights war der Besuch auf der „Marquesa“.

 

Der „Marquesa Kaffee-König“ Rey mit seinen Kaffee-Produkten, gelb der begehrte“Marquesa Honig-Kaffee“

Der Besucherstrom machte Marquesa-Kaffee populär, die Reisenden trugen den Namen in alle Welt, öffneten neue Vertriebskanäle. Das alles spornte Rey & Familie dazu an, mit neuen Kaffee-Kreationen zu experimentieren, etwa einer exklusiven Honig-Variante und einem Kaffee-Limo Mix. Vom nordisch-subarktischen Schweden bis Downunder-Australien drang der Ruf der Marquesa-Bohne, erklomm Präsenz in den sozialen Medien, sogar Leitmedien.

Derweil Rey noch viel Innovatives im Ideen-Köcher für seinen „Café artesanal“ hat. Das ist sein Kunstwort für den handverlesenen und handgearbeiteten Kaffee aus seiner Kaffee-Manufaktur, man könnte auch Labor sagen. Ist Kaffeetrinken doch Mega-Kult in aller Welt und weiterhin offen für neue Kaffeeprodukte und neues Kaffeewissen. Mit anderen Worten: Not money, coffee makes the world go round.

„Arabica“ Wunder

Die Heimat der Kaffeebohne ist Äthiopien. Arabische Händler brachten sie im 16. Jahrhundert ins Osmanische Reich. Dort verbreitete sich der Kaffee als beliebtes Getränk rasch in den Metropolen. Von Istanbul gelangte es im 17. Jahrhundert nach Europa. Wiens berühmte Kaffeehäuser waren „Brüter“ europäischer Kultur. Durch die Kolonialmächte Holland, Frankreich, Portugal gelangte Kaffee im 18. Jahrhundert nach Südamerika.

Wegen idealer Anbaubedingungen in den Höhen der Anden wurde er in vielen Ländern, darunter Kolumbien, zum Anker der Nationalökonomien. Und ist bis heute infolge der weiterhin steigenden Kaffeenachfrage „King“ auf den Weltmärkten. Der „türkische Mokka“, pur oder gefiltert, war bis zur Erfindung der Hightech-Kaffee- und Espresso-Maschinen das Mittel der Zubereitung. Der Mann und die Frau an der Kaffeebar, der „Barista“ und die „Bariste“, sind mittlerweile Stars, wie Sterne-Köche hofiert. Die ursprüngliche Bohne, „Arabica“, bleibt eine der begehrtesten – Wunder pflanzlicher Migration und Adaption.

Die Prozessierung des Kaffees erfolgt in drei Schritten: Nach dem Pflücken kommt das Schälen der Bohne, also Entfernen der roten Fruchthaut (die den meisten Kaffeeliebhabern unbekannt ist); im Anschluss daran der Waschvorgang, nach dem eine hellbraune Bohne zurückbleibt. Schließlich das Trocknen, meist auf dem Boden in der Sonne. So entsteht der im Fachjargon genannte „Pergamino“. Das Rösten erfolgt dann erst nach dem Abtransport und Export. Wer aus dem Rohkaffee vor Ort einen Trank brauen möchte, nimmt fürs Rösten die Bratpfanne zur Hand. Anders als das Handling anderer Agrarprodukte ist das Ganze übersichtlich, unverderblich, fürwahr kein Hexenwerk.

Peanuts für Kaffee-Pflücker

Kaffee ist eines der wichtigsten Elixiere des arbeitenden Menschen. Und rundum viel gesünder, als man dem „Türkentrank“ lange zubilligte. Trotz dieses hohen Ranges gehört er im Welthandel zu den traditionell unterdotierten Produkten, das Schicksal aller Rohstoffe in unserem Wirtschaftssystem, in dem der Globale Süden der Underdog ist. Die Preise an den Börsen steigen, wie derzeit, und stürzen ab, machen aus jeder Ernte ein Lotteriespiel. Derzeit sind viele Kaffeekirschen noch grün und unter den Kaffeebauern breitet sich Nervosität aus, ob die Preise bis Dezember durchhalten …

Im internationalen Kaffee-Kommerz verdient der Zwischenhandel stets am besten. Während die Plackerei bei der Ernte quasi nur Peanuts einbringt. Für einen Eimer mit einem Kilo Bohnen erhält der Pflücker 1000 Pesos, das sind gut 20 Cent. Die Geschicktesten und Erfahrensten bringen es pro Tag auf 100 Eimer, 20 Euro. Wenn das Wetter gestattet. 150 bis 200 Eimer sind der absolute Rekord.

Den Verdienstmargen sind enge Grenzen gesetzt, nicht nur Pflückern, sondern auch Kaffeebauern. Die Pflege der Kulturen ist arbeits- und kostenaufwändig. Düngemittel und Schädlingsbekämpfungsmittel bedeuten hohe Fixkosten. So lohnt sich der Kaffeeanbau oft nur für Familienunternehmen wie der Marquesa-Finca, wo vom Enkel bis zur Oma alle mit anpacken, bedrängt aber zunehmend von den Konzernen im Big-Coffee-Biz. So wie in der übrigen Agrarwirtschaft die tonangebende Zukunft.

Nord-Süd Modell

Daher das Narrativ, die Botschaft, der Zuruf, an alle Deutschen, Kolumbianer, Kaffeetrinker der Welt: Kauft und genießt „Fair trade Coffee“ und Kaffee von Manufakturen á la Marquesa – bei dem bleibt ein größerer Anteil der Erlöse bei Bauern und Pflückern hängen! Eine beispielhaft inklusive Form nicht-staatlichen Global Nord – Global Süd Austauschs und gegenseitiger Unterstützung.

 

Rey mit Alexis Goede, ehemaliger Betreiber des „Hostal la Finca“. Jenes brachte den Torismus in die Nachbarschaft und verhalf dem Kaffee-Tourismus auf die Beine

 

####

 

El rey del café

Noviembre de 2024: Colombia se regocija en la bonanza cafetera. El grano alcanza precios máximos en bolsa. Aquí presentamos la «Finca Cafetera La Marquesa» en texto, foto y vídeo. Fue una de las fundadoras del turismo cafetero en la region. Se trata de una industria en expansión que se inspiró en un albergue: un ejemplo exitoso de cooperación privada al desarrollo.

Por Wolfgang Goede
y
Alexis Goede

Wolfgang Goede es socio DKF y periodísta scientifico; Medellín, Munich.
Alexis Goede es colombo-alemán. Actualmente está consolidando y complementando los conocimientos prácticos que adquirió en Colombia en materia de turismo de innovación, creación de redes regionales y cooperación al desarrollo en sus estudios teóricos de «Gestión de la innovación social» en la Universidad de Ciencias Aplicadas de Múnich HM.

 

El altiplano colombiano está en plena cosecha del grano de café de este año. Desde los más jóvenes hasta los más ancianos, todo el mundo corretea por las laderas entre las plantas de café, recogiendo cada grano a mano como se hacía hace cientos de años. Nunca se ha inventado una máquina para este duro trabajo. Para eso, los recolectores no sólo necesitan una excelente resistencia en pendientes de más de 60 grados, sino que también están expuestos al abrasador sol tropical, así como a las lluvias torrenciales del invierno tropical.

La bolsa del café «dolarizado»

Pero el auge actual del café es grande, la curva en la Bolsa de Nueva York sigue subiendo y actualmente está en dos millones y medio de pesos COP por 125 kilos: 555 US$, mucha plata para los colombianos. Un caficultor de San Jerónimo/Los Cedros, que, como casi todos sus vecinos, extiende su cosecha en lonas casi por toda la calle para secar los granos lo antes posible y entregarlos a las cooperativas cafeteras a cambio de efectivo, está «dolarizado», borracho de dólares.

Precio del café en Nueva York: el patrón oro de Colombia, su «oro negro».

Uno de los cafetales más grandes de la región de Los Cedros es el de Don Reinaldo. «La Marquesa – Finca Cafetera « se extiende por la ladera de una montaña a más de 2000 metros de altitud. Las bonitas casas campesinas están rodeadas de cafetales y diversas instalaciones de procesamiento. El equipo también incluye un caballo y, sobre todo, un burro, mula indispensable para transportar el café en estas zonas montañosas intransitables. Toda la familia, de diez miembros, trabaja en la finca cafetera y puede vivir bien de las ganancias.

 

La familia de caficultores de Marquesa con los turistas del café. Rey jun. y Rey sen. (†) con chozas de paja clara, a la derecha.

Su padre, Reinaldo padre, fallecido recientemente de mas de 80 años, fundó la plantación de café. Fue un ciudadano respetado, un bailarín entusiasta y un gran narrador hasta el final. En el funeral, celebrado en San Jerónimo, a diez kilómetros, en el valle, la majestuosa iglesia de San Jerónimo se llenó de cientos de personas que acudieron a darle el último adiós. Tres «chivas», los coloridos autobuses de carga abiertos de Colombia, condujeron a los vecinos hasta el pueblo.

Laboratorio de café

Reinaldo Zapata Junior o Rey, como todo el mundo le llama, ha realizado un vídeo que merece la pena ser visto (Marquesa Coffee Finca Video) en el que presenta esta región cafetera enclavada en las escarpadas laderas de Antioquia, a 50 kilómetros al noroeste de Medellín. En él transmite la belleza agreste y la topografía virgen de su tierra andina junto con el arte y la artesanía del cultivo del café. El nuevo turismo cafetero ocupa un lugar especial en él. Menciona al «Hostal la Finca», que atrajo a más de mil mochileros de todos los continentes a este remoto rincón de Colombia en la década de 2010. Uno de los momentos culminantes fue la visita a la «Marquesa».

 

El «Rey del Café de la Marquesa» Rey con sus productos de café, amarillo el codiciado «Café Miel de la Marquesa».

La afluencia de visitantes popularizó el café de la Marquesa, los viajeros difundieron el nombre por todo el mundo y abrieron nuevos canales de venta. Todo ello impulsó a Rey & Familia a experimentar con nuevas creaciones de café, como un exclusivo sabor a miel y una mezcla de café y limonada. La reputación del grano Marquesa se extendió desde Suecia, en los supermercados nórdicos, hasta Australia, ganando presencia en las redes sociales e incluso en los principales medios de comunicación.

Mientras tanto, Rey sigue teniendo muchas ideas innovadoras para su «Café artesanal». Esta es su palabra especial para el café recogido a mano y elaborado artesanalmente en su laboratorio de café. Al fin y al cabo, beber café es un megaculto en todo el mundo y sigue abierto a nuevos productos y conocimientos cafeteros. Dicho de otro modo: No el dinero, el café hace girar el mundo.

„El milagro »arábica

El grano de café es originario de Etiopía. Los comerciantes árabes lo llevaron al Imperio Otomano en el siglo XVI. Allí, el café se extendió rápidamente por las metrópolis como una bebida popular. De Estambul viajó a Europa en el siglo XVII. Los famosos cafés de Viena fueron «incubadoras» de la cultura europea. Las potencias coloniales de Holanda, Francia y Portugal llevaron el café a Sudamérica en el siglo XVIII.

Debido a las condiciones ideales de cultivo en las alturas de los Andes, se convirtió en el ancla de las economías nacionales de muchos países, entre ellos Colombia. Y hoy sigue siendo el «rey» en los mercados mundiales como consecuencia del continuo aumento de la demanda de café. La «moca turca», pura o filtrada, era el medio de preparación hasta la invención de las máquinas de café y espresso de alta tecnología. El hombre y la mujer de la cafetería, el «barista» y la «bariste», son ahora estrellas, cortejados como chefs estrella. El grano original, el «Arábica», sigue siendo uno de los más codiciados, un milagro de la migración y adaptación de las plantas.

El café se procesa en tres etapas: Tras la recolección, se pela el grano, eliminando la piel roja (desconocida para la mayoría de los amantes del café); a continuación se procede al lavado, tras el cual queda un grano de color marrón claro. Por último, el secado, normalmente en el suelo al sol. Así se produce el llamado «pergamino». El tostado sólo tiene lugar después de que los granos hayan sido transportados y exportados. Si se quiere preparar una bebida con el pergamino, se utiliza una sartén para tostarlo. A diferencia de la manipulación de otros productos agrícolas, todo el proceso es sencillo, no perecedero y realmente no es magia.

Cacahuetes para los recolectores de café

El café es uno de los elixires más importantes para los seres humanos modernos. trabajadores. Y, en general, mucho más saludable de lo que durante mucho tiempo se creyó que era la «bebida de los turcos». A pesar de este alto rango, es uno de los productos tradicionalmente infravalorados en el comercio mundial, el destino de todas las materias primas en nuestro sistema económico, en el que el Sur Global es el desvalorizado. Los precios en las bolsas suben y bajan, como ocurre actualmente, convirtiendo cada cosecha en una lotería. En estos momentos, muchas cerezas de café aún están verdes y cunde el nerviosismo entre los caficultores sobre si los precios aguantarán hasta diciembre…

En el comercio internacional del café, los intermediarios siempre se llevan la mayor parte del dinero. Mientras que el duro trabajo de la cosecha sólo reporta una miseria. Por una cesta de un kilo de granos, el recolector recibe 1.000 pesos, es decir, unos buenos 20 céntimos. Los recolectores más hábiles y experimentados ganan 100 cestas al día, 20 euros. Si el tiempo lo permite. De 150 a 200 cubos es el récord absoluto.

Los márgenes de beneficio son estrechos, no sólo para los recolectores, sino también para los caficultores. El mantenimiento de los cultivos requiere mucha mano de obra y es costoso. Los fertilizantes y pesticidas suponen elevados costes fijos. Por ello, el cultivo del café a menudo sólo merece la pena para empresas familiares como la Finca Marquesa, donde echan una mano desde el nieto hasta la abuela, pero que cada vez se ve más presionada por las grandes compañías cafeteras. Como en el resto del sector agrícola, es el futuro el que marca la pauta.

Modelo Norte-Sur

De ahí la narrativa, el mensaje, el llamamiento a todos los alemanes, colombianos y bebedores de café del mundo: ¡compren y disfruten del «café de comercio justo» y del café de talleres como de la marquesa, donde una mayor parte de los beneficios se queda en manos de los agricultores y recolectores! Una forma ejemplar de intercambio y apoyo mutuo entre el Norte Global y el Sur Global.

 

Rey con Alexis Goede, antiguo operador del „Hostal la Finca“. Este último trajo el turismo al barrio y ayudó al despegue del turismo cafetero.

 

 

Traducción realizada con la versión gratuita del traductor DeepL.com

 

 

 

 

 

 

Die Karriere eines Flügels (von der Feier des Tags der Deutschen Einheit in der „Deutschen Schule in Medellin“)

    
    Beitragsautor:

    Wolfgang Chr. Goede, DKF-Mitglied
    Wissenschaftsjournalist München / Medellín 

    Für den Blog, im Oktober 2024
  
     Alle Beitragsautoren des DKF-Blogs
     vertreten ihre persönlichen Ansichten.

     Alle Fotos (c) Wolfgang Chr. Goede

Spanische Sprache

Event Flyer

 

Die Karriere eines Flügels

Dieser Flügel machte die historische Dramatik greifbar. Schostakowitschs „Trio mit Klavier“ rahmte die Feier zum Deutschen Nationalfeiertag am 3. Oktober in Medellíns Colegio Alemán. Die Partitur des russischen Komponisten, ungestüm und zwischen sämtlichen Ton- und Gefühlslagen changierend, ließ die Turbulenzen von Krieg, Deutscher Teilung, Wiedervereinigung bis ins Mark hinein spüren. Beethoven und Schumann banden sein fulminantes Werk in traditionell deutsche Klassik ein.  

Der Flügel, Schmuckstück des Auditoriums und Konzertsaal der Deutschen Schule Medellín


Die Spende

Fokus im kreisrunden Auditorium Maximum der Schule war der schwarze Flügel, bravourös bespielt von Iván Martín – der in manchen Passagen an Wilhelm Buschs unsterblichen „Der Virtuos“ im „Forte vivace“ Modus erinnerte – begleitet von Cello und Geige.

Schostakowitch experimental in Dt Col Konzertsaal
(Video von Schostakowitschs „Trio mit Klavier“)

Für perfekten Kunstgenuss und Ohrenschmaus hatte dem Gymnasium lange Zeit das Herzstück, der Flügel gefehlt. Er ist eine großzügige Spende einer gebürtigen Caleña, die seit langer Zeit am Niederrhein lebt: Luz Edith David de Schläger. Sie ist verwitwet und führt nach dem Tode ihres deutschen Mannes dessen internationales Unternehmen weiter.

Rektorin Colegio Alemán Anke Käding und Flügel-Spenderin Luz Edith de Schäger


Bei einem Besuch des Colegios vernahm die Deutsch-Kolumbianerin die Klage des damaligen Schulleiters, dass der Schule ein Flügel fehle, worauf sie prompt einen aus Viersen, NRW auf die lange Reise in die Paisa-Hauptstadt schickte. Auf die Spende verweist eine gold-schimmernde Plakette auf dem majestätischen Instrument.

Der Musik-Auftrag

Auch die Nichte der Spenderin war Anlass für die großzügige Gabe, wie die Schulzeitung verrät. Diese war Schülerin und Doña Luz Edith wollte ihr und ihren Mitschülerinnen und Schülern die bestmögliche Musikerziehung angedeihen lassen. Der schwarz glänzende Riese im noblen Auditorium zieht die Schüler in den Bann und an seinen Tasten begann schon manche Karriere.

Colegio Alemán in Medellín, Schulzeitung über die Herkunft des Flügels


Doch die Geschichte hat noch eine weitere, den Meisten unbekannte Schleife. Der Flügel galt, geheimnisvoll, lange Zeit als verschwunden, bis die derzeitige Rektorin Anke Käding ihn völlig verstaubt in einer dunklen Ecke aufstöberte und wieder bespielbar machte.

Sie ist selbst passionierte Musikerin, beherrscht unter anderem die Querflöte, tritt auch schon mal mit einheimischen Orchestern auf, bei Urlaubsreisen gerne spontan, und ist stets bemüht, ihre Musikleidenschaft an die Schülerschaft, Kollegenkreis und Eltern weiterzugeben. Was auch ein Vermächtnis und Wunsch der Gründerin ist, der Deutschen Benedikta zur Nieden de Echavarriá, Ehefrau des Industriemagnaten* Diego Echavarría Misas.

Garcia-marqueske Begebenheit

Der Konzertsaal nimmt die Schule in die Musikpflicht mit vielen denkwürdigen Veranstaltungen. Das Auditorium gilt akustisch als eines der besten der Stadt. Mit einem Tröpfchen Essig: Die Deutsche Schule steht in Itaguí auf einem Finca-ähnlichen Areal mit Klassenräumen in Gestalt hingetupfter Pavillons, aber außerhalb der Stadt und den Kulturzentren der Metropole und gilt als schwer erreichbar, trotz der nahen Metrostation.

Das Wiedervereinigungs-Konzert


Damit ist die Flügel-Story aber noch nicht zu Ende. Als Anke Käding sich auf die Spuren der Philanthropin begab und sie so wie deren Spende erfolgreich aufgestöbert hatte, stellte sich heraus, dass diese in demselben Ort wohnte, wo die Rektorin als Kind daheim gewesen war. Möglicherweise waren sie einander sogar begegnet, unbekannterweise … Eine fast garcia-marqueske Begebenheit, die aus der Feder von Kolumbiens berühmtem Schriftsteller geflossen sein könnte.

Womit Herkunft und Wege des Colegio-Prunkstücks zwar geklärt sind, aber weiterhin der Schleier des Mysteriösen darüber liegt, wie das so populäre Akkordeon nach Kolumbien gekommen sein könnte, ohne das Vallenatos schier undenkbar wären. Die Legende will, dass bei einer Schiffshaverie vor der Guajira eine Ladung deutscher Hohner, für die Tango-Säle Buenos Aires bestimmt, an Land gekommen sein sollen.

Ein am Flügel übender Schüler (Link zum Video)

 

Der Autor und Frau nach dem Besuch des Konzerts am Klassenpavillon „München“. Zur Feier der Wiedervereinigung wurden alle Klassenräume des Colegios nach deutschen Städten benannt.

 

Hohner-Recherche?

Über die Erfolgsgeschichte der berühmten „Made in Baden-Württemberg“-Instrumente in Kolumbien und ihr rätselhaftes Auftauchen dort gibt es sogar einen sehenswerten Film. Doch die fakten-harte Recherche steht aus, nichts Genaues weiß man nicht. Ein Fall für Anke Käding, vielleicht sogar ein Schulprojekt des musikliebenden Colegios?
*) Siehe auch „Die Märchenfee“, September 2023 in dem DKF-Blog

 

Das weitläufige Areal der Deutschen Schule Medellín mit Klassenpavillons, Fußballplatz, 25-Meter Schwimmbecken. Die Schule ist nicht nur wegen seiner Lage und Ausstattung sehr beliebt in Medellín und Umgebung, sondern auch weil das Abitur zum Studium überall auf der Welt berechtigt.

 

Wolfgang Chr. Goede

 

###

 

La carrera de un piano de cola

Este piano de cola hizo tangible el drama histórico. El «Trío con piano» de Shostakovich enmarcó la celebración del Día Nacional de Alemania el 3 de octubre en el Colegio Alemán de Medellín. La partitura del compositor ruso, impetuosa y oscilante entre todos los registros tonales y emocionales, hizo palpable hasta la médula la turbulencia de la guerra, la división alemana y la reunificación. Beethoven y Schumann integraron su genial obra en la música clásica tradicional alemana. 

El piano de cola, pieza central del auditorio y sala de conciertos del Colegio Alemán Medellín


La donación

El centro de atención en el Auditorio Máximo circular de la escuela fue el piano de cola negro, brillantemente tocado por Iván Martín -que en algunos pasajes recordaba al inmortal «Der Virtuos» de Wilhelm Busch en modo «Forte vivace»- acompañado de violonchelo y violín.

Schostakowitch experimental in Dt Col Konzertsaal
( Vídeo del «Trío con piano» de Shostakovich )

Durante mucho tiempo, la escuela había carecido de la pieza central para un perfecto disfrute artístico y una fiesta para los oídos: el piano de cola. Fue donado generosamente por una caleña afincada desde hace tiempo en la región del Bajo Rin: Luz Edith David de Schläger. Es viuda y sigue dirigiendo la empresa internacional de su marido alemán tras la muerte de éste.

La rectora del Colegio Alemán, Anke Käding, y la donante del piano de cola, Luz Edith David de Schläger


Durante una visita al Colegio, la germano-colombiana oyó al entonces director quejarse de que al colegio le faltaba un piano de cola, por lo que rápidamente envió uno desde Viersen, Renania del Norte-Westfalia, en el largo viaje hasta la capital paisa. Una reluciente placa dorada en el majestuoso instrumento recuerda la donación.

La misión musical

La sobrina del donante fue también el motivo del generoso regalo, como revela el periódico escolar. Fue alumna y doña Luz Edith quiso darle a ella y a sus compañeros la mejor educación musical posible. El brillante gigante negro del noble auditorio cautiva a los alumnos y muchas carreras han comenzado ante sus teclas.

Periódico escolar del Colegio Alemán Medellín sobre el origen del piano de cola

Pero la historia tiene otro giro que la mayoría de la gente desconoce. Se creía que el piano de cola había desaparecido misteriosamente durante mucho tiempo, hasta que la actual directora, Anke Käding, lo encontró cogiendo polvo en un rincón oscuro y lo volvió a hacer sonar.

Ella misma es una apasionada de la música, toca la flauta, actúa con las orquestas locales, le gusta tocar espontáneamente en los viajes de vacaciones y siempre se esfuerza por transmitir su pasión por la música a sus alumnos, colegas y padres. Este es también un legado y un deseo de la fundadora, la alemana Benedikta zur Nieden de Echavarriá, esposa del magnate industrial* Diego Echavarría Misas.

Evento García-Marquesque

La sala de conciertos hace que la escuela se dedique a la música con muchos eventos memorables. El auditorio está reconocido acústicamente como uno de los mejores de la ciudad. Con una gota de vinagre: El Colegio Alemán está situado en Itaguí, en un terreno similar a una finca, con aulas en forma de pabellones, pero fuera de la ciudad y de los centros culturales de la metrópoli, y se considera de difícil acceso, a pesar de la cercana estación de metro.

El concierto de la reunificación

Pero ahí no acaba la historia del Flügel. Cuando Anke Käding se puso tras la pista de la filántropa y logró localizarla, así como su donación, resultó que vivía en el mismo lugar donde la directora había vivido de niña. Incluso es posible que se conocieran, sin saberlo el uno del otro… Un incidente casi garciamarquesco que podría haber salido de la pluma del célebre escritor colombiano.

Aunque los orígenes y la trayectoria de la obra del Colegio están ahora claros, sigue habiendo un velo de misterio sobre cómo pudo llegar a Colombia el popular acordeón, sin el cual Vallenatos sería casi impensable. La leyenda cuenta que un cargamento de Hohners alemanes destinados a los salones de tango de Buenos Aires llegó a tierra durante un naufragio frente a la Guajira.

Un alumno practicando con el piano de cola ( enlace al video )

 

El autor y su esposa tras asistir al concierto en el pabellón de la clase «Múnich». Para celebrar la reunificación, todas las aulas del Colegio recibieron el nombre de ciudades alemanas.

 

¿Investigación Hohner?

Hay incluso una película que merece la pena ver sobre el éxito de los famosos instrumentos «Made in Baden-Württemberg» en Colombia y su misteriosa aparición allí. Pero la investigación basada en hechos concretos aún está por hacer, no se sabe nada preciso. ¿Un caso para Anke Käding, tal vez incluso un proyecto escolar del Colegio amante de la música?

*) Véase también «El hada de los cuentos», septiembre de 2023 en el blog de la DKF

 

Los extensos terrenos del Colegio Alemán de Medellín, con pabellones para las clases, campo de fútbol y piscina de 25 metros. El colegio no sólo es muy popular en Medellín y sus alrededores por su ubicación e instalaciones, sino también porque el Abitur da derecho a estudiar en cualquier parte del mundo.

 

Wolfgang Chr. Goede

 

Traducción realizada con la versión gratuita del traductor DeepL.com

 

##