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Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis e.V.

Villa del Cafe

“Escuela Colombo Alemana Villa del Cafe”, Armenia

In der Kaffee-Region im Zentrum Kolumbiens liegt Armenia, die Hauptstadt des Departamentos Quindío. Die Stadt wurde 1999 von einem schweren Erdbeben stark zerstört. Der DKF e.V. leistete damals Soforthilfe und errichtete die Schule "Villa del Café". Das kleine Schulhaus stellte sich schon bald als nicht ausreichend heraus. Deshalb startete der Verein das Projekt, die bestehende Schule durch ein größeres neues Schulhaus zu erweitern. Nach Abschluss der Planungen begann die Bauphase am 28. November 2011. Plangemäß war das Schulhaus Ende Februar 2012 fertig gestellt. Wir freuen uns darüber, dass wir den Erweiterungsbau am 11. April 2012 der Stadt Armenia übergeben konnten. Aus diesem Anlass gab der Deutsch-Kolumbianische Freundeskreis e.V. ein Sonderheft der Vereinszeitschrift Kolumbien aktuell heraus. Das Schulzentrum "Villa del Café" wird seit 2013 als Kindergarten des "Instituto Colombiano de Bienestar Familiar" betrieben.

Zur Vorgeschichte unseres Projektes:

Das große Erdbeben vom 25. Januar 1999 hatte die Infrastruktur besonders der Departamentos Quindío und Riseralda zum größten Teil zerstört. Die meisten Krankenhäuser, Schulen und Dorfgemeinschaftszentren waren nicht mehr funktionsfähig. Dadurch war die gesundheitliche und wirtschaftliche Entwicklung der Bevölkerung gefährdet und insbesondere die Erziehung der Jugendlichen empfindlich gestört und drohte um Jahre zurückgeworfen zu werden.Der DKF hatte daher bundesweit zu einer Hilfsaktion aufgerufen, die einen Erlös von 55.000,--DM erbrachte. Wie schon 1985 in Armero hatten wir uns auch in Armenia für ein Schulprojekt entschieden. Die neu erbaute Schule sollte nicht nur dem Unterricht der Kinder dienen, sondern auch für Erwachsene ein Zentrum der Kulturarbeit sein.
 
Als Baumaterial
für die Schule wurde einheimisches Material gewählt, Guadua, ein dickes Bambusrohr, also ein auf engstem Raum (und ganz besonders auch in der Region um Armenia) schnell wachsendes "Riesengras", welches bei Erdbeben hohe Sicherheit bietet. Derzeit besuchen 37 Kinder die Schule. Sie wurde  von der ca. 2 Km entfernt liegenden (größeren) Schule "Institución Educativa Camilo Torres" betreut und geleitet

Warum haben wir uns dazu entschlossen, die Schule zu erweitern?
Die zuerst gebaute Schule hatte nur 2 Klassenräume. Eine vollwertige Grundschule benötigt aber 4 Klassenräume, damit alle Jahrgangsstufen getrennt unterrichtet werden können. Wir erweiterten die Schule daher um einen Neubau mit 4 Räumen in 2 Stockwerken - natürlich mit den dazu gehörenden sanitären Anlagen.  Das bisherige Schulhaus soll als Lehrerzimmer und weiterhin auch als kommunales Zentrum genutzt werden. Durch die Erweiterung gewinnt die Schule an Attraktivität für die Bewohner des umliegenden Stadtteils. Diese schicken ihre Kinder dann nicht in weiter entfernt liegende Schulen, sondern in unsere Schule "Villa del Café". Den Kindern bleiben weite Schulwege erspart.

Wie wurde die Erweiterung ausgeführt?
Das zuerst gebaute kleine Schulhaus ist in der für die Region typischen, traditionellen Guadua/Adobe-Bauart ausgeführt. Diese Bauweise bewährt sich seit Jahrhunderten als weitgehend sicher gegen Erdbeben, die in der Kaffee-Region Kolumbiens sehr häufig auftreten. Die Tragstruktur in Guadua-Holz ist auf diesem Foto, das den Aufenthaltsraum im Obergeschoss der Schule zeigt, gut zu erkennen:

Auch bei der Erweiterung der Schule achteten wir auf Erdbebensicherheit!

Zum Projektstand während der Bauphase informierte diese Präsentation.
Das neue Schulhaus ist ein zweigeschossiger Zweckbau mit einem begrünten Dach aus Beton.
Mit dem Bau wurde eine lokale,
auf erdbebensicheres Bauen spezialisierte Bauunternehmung beauftragt.



URL: http://www.dkfev.de/index.php?page=338&printview=1
© 2006 Deutsch-Kolumbianischer Freundeskreis e.V.
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